Das Netzwerk beginnt im Kreis

Text von: Yannick Lowin

Gemeinsam mit anderen die Region wirtschaftlich nach vorne bringen – das ist das Credo der Wirtschaftjunioren (WJ) im Werra-Meißner-Kreis.

„Mit Hausausweis ausgestattet öffnen sich Türen und Tore zu zahlreichen Veranstaltungen, zu denen teilweise nicht einmal die persönlichen Referenten der Bundestagsabgeordneten und Minister zugelassen sind“, so beschreibt Hagen Wehrmann, Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren Werra-Meißner, den so genannten „Know-how-Transfer“.

Bei der jährlich von den Wirtschaftsjunioren Deutschland und der DIHK organisierten Aktion besuchen Wirtschaftsjunioren aus der ganzen Republik Abgeordnete im Bundestag, um die besonderen Funktionsweisen der Politik auf einer höheren Ebene als der der Kommunalpolitik kennen zu lernen und gleichzeitig auf die Probleme und Herausforderungen in der eigenen Region hinzuweisen.

Hier zeigt sich sehr anschaulich, was die insgesamt rund 50 Mitglieder mit ihrem Engagement bei den Wirtschaftsjunioren Werra-Meißner bezwecken wollen: den Werra-Meißner-Kreis als Wirtschaftsund Lebensstandort überregional bekannt machen und das in enger Kooperation mit der Politik und anderen Organisationen wie der IHK.

„Um dieses Ziel voranzutreiben, haben wir darüber hinaus zusammen mit Wirtschaftsförderern aus der Region den Zukunftsraum Werra-Meißner entwickelt“, sagt Verena Rudolph, Geschäftsführerin der WJ-Werra-Meißner. Dieser ist in verschiedene Schwerpunkte aufgeteilt wie „Industrie“, „Gesundheit/Wellness“ oder „Tourismus und Kultur“. „Für jeden Schwerpunkt gibt es einen regionalen Ansprechpartner, der anfragenden Interessenten die Türen in die Region öffnen soll“, so Rudolph weiter.

Ein weiterer Baustein ist das Gründungsforum, das die Wirtschaftsjunioren, zusammen mit der Uni Witzenhausen und anderen regionalen Partnern, unterstützen, indem sie Universitätsabsolventen beim Schritt in die Selbständigkeit beratend zur Seite stehen. „Dabei kommt uns zugute, dass unsere Mitglieder aus verschiedenen Branchen stammen und zudem altersbedingt unterschiedliche Erfahrungen besitzen“, erklärt Verena Rudolph. Denn immerhin ein knappes Drittel der Mitglieder hat die eigentliche Altersgrenze von 40 Jahren bereits überschritten. Diese gilt jedoch nur für die aktive Vorstandsarbeit. Und so engagieren sich immer noch Mitglieder, die bereits seit der Gründung 1981 dabei sind.

Ideen für neue Projekte kristallisieren sich vor allem während der monatlichen Themenabende der jungen Führungskräfte heraus, die je nach Themenschwerpunkt in verschiedenen Gaststätten und Hotels oder in Unternehmen stattfinden. „Die Veranstaltungen starten meist mit einem Impulsreferat eines Mitglieds, an das sich dann ein Austausch über das Thema oder darüber hinaus anschließt“, erklärt Hagen Wehrmann. „Außerdem haben die jungen Unternehmer hier die Möglichkeit, über Probleme zu diskutieren und dabei alternative Sichtweisen und Problemlösungswege kennen zu lernen“, ergänzt Rudolph. Darüber hinaus haben nicht nur neue Mitglieder bei den Treffen die Chance, sich und ihr Unternehmen vorzustellen, neue Kontakte zu knüpfen oder bereits bestehende zu intensivieren.

Neben der Möglichkeit, Kontakte herzustellen und so möglicherweise Aufträge in die Region zu vergeben, hat das Engagement bei den Wirtschaftsjunioren aber noch einen weiteren positiven Nebeneffekt, wie Verena Rudolph zum Ende ausführt: „Bei der Arbeit an einem Projekt bekommt man als junger Unternehmer die Möglichkeit, sich und seine Idee auszuprobieren und sie bei Erfolg im eigenen Betrieb umzusetzen“. Die WJ kombinieren auf diese Weise Engagement für die Region mit der Möglichkeit, sich als junge Führungskraft persönlich weiterzuentwickeln.