Das Kamel in der Stadt

© Georg-August-Universität Göttingen
Text von: redaktion

Das Gebiet Xinjiang im Westen Chinas steht im Mittelpunkt einer neuen Fotoausstellung, die ab Mittwoch, den 15. Januar 2014, in der Universität Göttingen gezeigt wird.

Die Ausstellung mit dem Titel „Das Kamel in der Stadt: Xinjiangs Architektur, Alltag & Religion im Umbruch“ lädt zu einem visuellen Dialog von Kunst und Wissenschaft ein. Die Bilder des Nanjinger Künstlers Ma Kang und des Göttinger Turkologen Ablet Semet zeigen Impressionen aus Xinjiang und erzählen von Religion und Glauben in einer Region im Umbruch.

Veranstaltet wird die Ausstellung vom Centre for Modern East Asian Studies (CeMEAS) der Universität Göttingen gemeinsam mit dem Seminar für Turkologie und Zentralasienkunde sowie der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Mit der Ausstellung an der Universität Göttingen werden die Werke von Ma Kang erstmals in Europa gezeigt.

In seiner Fotoserie Makang’s Uncertain Times: Xinjiang Impressions dokumentiert er Momente eines rastlosen Wandels im heutigen China. In seiner Arbeit geht es immer wieder um eine Visualität, die sich offiziellen Narrativen entzieht, sie umspielt und hinterfragt – in einer Zeit, in der Perspektiven, Glaube und Gewissheit für viele Chinesen besonders diffus und unzugänglich sind.

Ma Kangs urbane Perspektive steht im Dialog mit Semets Blick auf das ländliche Xinjiang. Im Gegensatz zu Ma Kangs Identität als Künstler ist Semet Wissenschaftler und Ethnologe am Seminar für Turkologie und Zentralasienkunde der Universität Göttingen. Seine Fotografien dokumentieren seine Forschung zur Begegnung von Sprache, Literatur und religiösem Architekturerbe in Xinjiang; gleichzeitig nehmen sie Stellung zur Frage der Identitätsfindung der Uiguren in der Region.

Obwohl Ma Kang und Ablet Semet unseren Blick auf die vielfältigen Aspekte der Moderne in Xinjiang richten, so bringen sie auch ihre eigenen biografischen Verflechtungen in die Orte und Geschichten der Region ein. Damit erlauben sie es, den Blick auf ihre persönliche visuelle Erfahrung und Erinnerung – jenseits des Staates – zu richten.

Die Ausstellung „Das Kamel in der Stadt“ wird am Mittwoch, 15. Januar 2014, um 17 Uhr im KWZ am Heinrich-Düker-Weg 14 eröffnet. Nach einem Grußwort von Jens Peter Laut, Direktor des Seminars für Turkologie und Zentralasienkunde, sprechen Laut, Semet und Johannes Reckel, Fachreferent für Ost-, Zentral- und Paläoasiatische Sprachen an der SUB, über die Bilder und ihre Bedeutung.

Die Vernissage wird von einem künstlerischen Programm und einer Foto-Verlosung begleitet. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des KWZ bis zum 30. Januar 2013 zu sehen. Der Eintritt ist frei.