Das Handy als Stadtführer

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Text von: redaktion

Dank Navigationsfunktion helfen Handys zunehmend beim Orientieren an fremden Orten. Göttinger Wirtschaftswissenschaftler haben eine Anwendungsplattform entwickelt, die mobile Geräte fit für den Einsatz als multimedialer Stadtführer macht.

Mit dem Handy eine fremde Stadt erkunden: Moderne mobile Geräte sind inzwischen so leistungsstark, dass sie auch als elektronischer, multimedialer Stadtführer eingesetzt werden können. Da Mobiltelefone oder Personal Digital Assistents (PDA) jedoch nur kleine Displays und wenig Navigationsmöglichkeiten besitzen, müssen die dort präsentierten Inhalte sinnvoll reduziert werden: Wissenschaftler der Universität Göttingen haben dazu eine spezielle Anwendungsplattform mit einem sogenannten kontextsensitiven Informationsangebot entwickelt. Der Handy- oder PDA-Besitzer erhält dabei nur ausgewählte Informationen, die sich zum Beispiel an den persönlichen Interessen orientieren. Verantwortlich für das Projekt ist Svenja Hagenhoff (Foto), Wissenschaftliche Assistentin an der Professur für Anwendungssysteme und E-Business der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

Das Team von Svenja Hagenhoff hat den Handy-Stadtführer und die zugrundeliegende Technik in einer umfangreichen Nutzerstudie getestet. Die mit Unterstützung des Soziologischen Forschungsinstituts durchgeführten Untersuchungen geben Aufschluss darüber, wie gut ein solches Informationsangebot tatsächlich angenommen wird und wie weit die Testpersonen die technische Möglichkeit zur „Personalisierung“ nutzen. Weil das Votum der Nutzer überwiegend positiv ausgefallen ist, denken die Forscher inzwischen über geeignete Geschäftsmodelle

zur Vermarktung nach. Der elektronische, multimediale Stadtführer basiert dabei auf einer Anwendungsplattform, die standardisierte und bereits vorimplementierte Basisfunktionen umfasst. Sie ermöglichen eine effiziente Entwicklung weiterer kontextsensitiver Dienste, zum Beispiel für Museums- oder Messeführer.

Für die Nutzerstudie waren 60 Personen einer zweigeteilten Stadtführung in Göttingen unterwegs: Den ersten Teil legten sie im Linienbus zurück. Passierte das Fahrzeug einen sogenannten Point of Interest, erhielten die Teilnehmer dazu Informationen in Form von Audiokommentaren, Bildern und geschriebenem Text auf Handy oder PDA. Der zweite Teil der Stadtführung wurde zu Fuß absolviert. Dabei konnten die Testpersonen Bewegungsgeschwindigkeit und Verweildauer an den Sehenswürdigkeiten selbst bestimmen. Einige der Teilnehmer hatten zusätzlich die Möglichkeit, im Stadtführungsdienst ihr persönliches Interessenprofil anzugeben. Ihnen wurden nur Informationen zu solchen Points of Interest angeboten, die ihren Wünschen entsprachen, etwa zu kulturellen Einrichtungen, Gastronomie oder Einkaufsmöglichkeiten.

Fotos: Nokia, Uni Göttingen