Das Ende der Nasszelle

© DURAVIT Aktiengesellschaft
Text von: Tobias Kintzel, redaktion

Der Wunsch nach einem individuellen Wohn- und Designstil, der die eigene Persönlichkeit ausdrückt, macht mittlerweile auch vor dem Badezimmer nicht mehr halt: die Badtrends 2015

Der Trend des Homings, bei dem das eigene Zuhause zum Mittelpunkt des sozialen Lebens wird, ist zwar nicht mehr neu, nimmt derzeit jedoch immer mehr Fahrt auf. Menschen, die diese Lebensart mögen, sind keine Einsiedler: Sie treffen sich zu Hause mit Freunden, gestalten ihre Freizeit gemeinsam in den eigenen vier Wänden. Zum Homing gehört deshalb auch ein individueller Wohnstil, der gleichzeitig Raum für gestalterische Selbstverwirklichung und Geborgenheit bietet. Denn ‚Homer‘ wollen es schön haben, sich wohl fühlen und über ihren Wohnstil identifiziert werden. Diese Entwicklung bezieht längst auch das Bad mit ein: Es wird immer öfter zur Wellness-Oase für Körpererlebnis und Entspannung und lädt zum längeren Verweilen ein.

Die Zeit, in der es schlichte und funktionale Nasszelle für Körperhygiene mit wenig ansprechendem Design war, ist vorbei. Die Hersteller von Sanitärobjekten haben den Trend zur individuellen Gestaltung des Badezimmers aufgenommen und arbeiten dabei mit international anerkannten Designern zusammen. Der kreative Franzose Philippe Starck zum Beispiel ist gleich für mehrere Anbieter aktiv: Er hat unter anderem die Serien ,ME by Starck‘ und ,Cape Cod‘ für Duravit sowie Kollektionen für Axor, die Designmarke der Hansgrohe SE, entworfen. Die Schweizer Badspezialisten Laufen setzen auf italienisches Design: Die Badkollektion ,Kartell by Laufen‘ ist in Zusammenarbeit mit den Wohndesign- Experten von Kartell entstanden, die ,Palomba Collection‘ ist das Werk des Ehepaars Ludovica und Roberto Palomba.

Auch die Zeit, in der sämtliche Sanitärobjekte langweilig – und bereits Tausende Male gesehen – entlang der Wände angeordnet waren, ist endgültig zu Ende. Von beiden Seiten nutzbare Doppel-Waschtische in der Mitte des Raumes entzerren den morgendlichen Verkehr im Bad, freistehende Badewannen werden zum Blickfang und Raumteiler. Zu den großen Trends des Jahres 2015 im Bad gehört auch eine neue Farbigkeit. Das traditionell dominierende skandinavische Weiß findet sich zwar immer noch in Badewannen, Waschtischen oder WCs, es wird aber in anderen Bereichen zunehmend von kräftigeren Nuancen abgelöst. Dabei sorgen die feurigen Farben Rot und Orange sowie sonniges Gelb für einen Energieschub. Sie werden oft als sparsame Farbtupfer eingesetzt, um gezielt Akzente zu setzen. Töne zwischen Himmel- und Königsblau sowie Schattierungen in Richtung Grün wie Türkis, Petrol oder Mint schaffen Gemütlichkeit und wirken beruhigend. Dazu kommen Gold und metallische Oberflächen.

Außerdem ist viel Holz angesagt – nicht nur als Material der Badezimmermöbel, sondern auch als Bodenbelag. Entscheidend ist: Heute muss nicht mehr das Original aus der Natur eingesetzt werden. Design-Fliesen werden in von Dielenbrettern bekannten Formaten geliefert, sehen mit typischen Maserungen aus wie Holz und fühlen sich auch so an. Dabei sind sie deutlich einfacher zu pflegen und wesentlich robuster als ihre Vorbilder. In der aktuellen Bäderwelt treffen organische, fließende und abgerundete auf kantige und harte Formen. Dabei werden die Materialien bunt gemischt: Glas, Kunststoffe, Holz, Marmor, Beton und Metalle kommen gemeinsam zum Einsatz.

Spätestens in diesem Jahr zieht zudem die Transparenz in die Badezimmer ein – und das in doppeltem Sinne: Zum einen darf einst verborgene Technik, hier vor allem Bade wannen-Armaturen, sichtbar werden. So können z.B. das Wannenthermostat ,Axor Starck Organic‘ von Hansgrohe oder die Wannen- Einhandbatterie ,Tara.Logic‘ von Dornbracht freistehend auf dem Fußboden neben der Badewanne installiert werden. Zum anderen spielt Glas eine wichtige Rolle bei der Gestaltung zeitgemäßer, immer öfter bodengleich angelegter Duschbereiche. Beinahe unsichtbare Glasscheiben bilden den Spritzschutz. Rahmen und Türmechanik sind nur noch minimal, bei Walk-In- Duschen gar nicht mehr vorhanden. Wird die Dusche außerdem genauso wie das umliegende Bad gefliest und dazu mit Ablaufsystemen, die unterhalb der Fliesen liegen, gearbeitet, erscheint das Bad zudem größer. Voll im Trend liegen großzügige Lösungen mit Platz für zwei Personen.

Die Duschabtrennung ‚Hüppe Duplo pure‘ ist z.B. als freistehende, fast rahmenlose Raumtrennwand vollständig barrierefrei. Sie kann in Klarglas oder edlem Grau und in Breiten bis zu zwei Metern geliefert werden. Mithilfe einer speziellen Querverstrebung wird sie stabil an der Wand montiert. Die ,Hüppe Design elegance‘ ist eine platzsparende Idee für kleine Bäder: Nach dem Duschen kann die neue u-förmige Kabine beinahe vollständig wandbündig eingeklappt werden – die frei begehbare Fläche im Bad vergrößert sich um den kompletten Duschbereich. Der starke Trend zum persönlichen Stil zeigt sich in diesem Jahr auch in hochwertigen maßgefertigten Produkten. So werden z.B. alle Produkte der Axor-Kollektionen und Hansgrohe-Linien durch die Axor- Manufaktur individuell angepasst. Sonderoberflächen in Gold-Optik, Brushed Nickel und Black Chrome sind ebenso im Angebot wie individuelle Längenänderungen der Armaturen. Im Bereich der Badmöbel treffen zwei Trends aufeinander: Die klassischen Badmöbel warten vor allem mit viel Stauraum, direkter oder indirekter Beleuchtung und Ordnungsfunktionen auf.

Dazu gesellen sich zunehmend Einrichtungsgegenstände, die traditionell nicht im Badezimmer erwartet werden. Hier kommen Teppiche, Sessel und sogar Sofas zum Einsatz. Eine besondere persönliche Note bekommt das Badezimmer mit Lieblingsfunden vom Flohmarkt oder Erbstücken wie alten Holztischchen, Kisten oder ausgefallenen Stühlen. Aus der Vielzahl der Möglichkeiten wählen und persönlichen Geschmack und individuellen Komfortanspruch zum perfekten Bad zu kombinieren, machen eines klar: Unabhängig davon, ob ein bestehendes Bad modernisiert oder völlig neu gestaltet werden soll, ist gute Planung unerlässlich. Die Hilfe eines Experten führt dazu, dass viele der aktuellen Bad trends – auch in kleinen Räumen – umgesetzt werden können und das perfekte Bad für die eigenen Lebensumstände und Vorstellungen gefunden werden kann.