Das Duell mit dem Keiler

©Alciro Theodoro da Silva
Text von: Alexander Schlüter

Ein Tag im GolfClub Hardenberg – einem der schönsten Plätze in Deutschland

Etwas nervös machte ich mich auf zum ersten Abschlag meiner Testspielrunde. Dies lag jedoch keinesfalls an schlechten Platzverhältnissen oder miesen Witterungsbedingungen – der Grund war ein anderer: Endlich würde ich die Möglichkeit haben, den berühmten Keilerkopf zu spielen. Das berühmte 11. Loch des Niedersachsen Courses, das nach wie vor eines der beliebtesten Gesprächsthemen im Hardenberger Clubhaus ist. Nun hatte ich als Sohn eines Försters schon lange vor meiner Ankunft im GolfResort Hardenberg gelernt: Ein Wildschwein kann auch einem ausgewachsenen Menschen gehörigen Respekt einjagen. Dass es dazu jedoch nicht einmal lebendig sein muss, sollte mir als bleibende Lehre aus meinem Besuch in Levershausen erhalten bleiben.

Platz: Das Hardenberg GolfResort bietet insgesamt zwei 18-Loch-Anlagen und einen Public-Course mit sechs Bahnen. Die riesige Driving Range und die angeschlossene Golfschule runden das beeindruckende Gesamtbild des in Levershausen gelegenen Areals ab. Der 2003 erbaute Niedersachsen Course zählt mit seiner hochmodernen Architektur nicht nur zu den renommiertesten Golfplätzen in ganz Deutschland, er trägt zudem den Titel eines Championship Courses nach internationalem Standard.
Dabei überzeugt das Platzdesign durch eine einzigartige Vielseitigkeit, die den Spieler immer wieder vor neue Aufgaben stellt. Von den hoch gelegenen Grüns der Bahnen 4 und 5, bis zu den tückischen Bunkern auf Loch 9 – jeder Schlag verlangt vom Spieler die höchste Konzentration.

Das Königsloch offenbart sich schließlich am 11. Abschlag. Wer bislang noch keine Bekanntschaft mit dem sagenumwobenen „Keilerkopf“ gemacht hat, sollte dies unbedingt nachholen. Schließlich stellt das raffiniert angelegte Inselgrün – in Form eines detailgetreu nachgebildeten Schädels des Wappentiers der Familie von Hardenberg – auch erfahrenste Golfer vor eine interessante Herausforderung. So durfte auch ich direkt nach meinem Abschlag unerfreuliche Bekanntschaft mit der Drop-Zone machen.

Mein persönlicher Geheimtipp ist jedoch das 17. Loch. Mit lediglich 325 Metern (Damen: 299 Meter) erscheint dieses Par 4 zwar zunächst etwas kurz geraten, doch aufgrund der klug platzierten Wasserhindernisse ist eine äußerst taktische Spielweise gefragt, um ohne Schlagverlust das Grün zu erreichen.

Landschaftsbild: Der vom renommierten Architekten David John Krause entworfene Par-72-Kurs beeindruckt durch eine Vielzahl unterschiedlichster Designelemente, die dem Platz ein sehr individuelles Layout verleihen. Nur an sehr vereinzelten Stellen wirkt der Platz etwas zu konstruiert – erscheint etwas weniger in die Natur eingebettet als etwa sein älterer Bruder, der Göttingen Course. Dies soll jedoch nicht über die eindrucksvolle Kulisse hinwegtäuschen, die den Niedersachsen Course auszeichnet. Allein der liebevoll gestaltete Canyon und das wunderschöne Trockenbiotop lassen das Herz des Golfplatzvirtuosen höher schlagen.

Clubhaus: Das Clubhaus des GC Hardenberg erfreut sich einer ganz besonderen Tradition. Es wurde zwischen 1720 und 1730 erbaut und diente der Familie von Hardenberg ursprünglich als Jagd- und Ferienhaus. Trotz einiger Renovierungsarbeiten, die das Gebäude mittlerweile „golftauglich“ umgestaltet haben, blieb der Charme des alten Fachwerks in schöner Weise erhalten.

Restaurant: Die auf den Fairways geprägte Vielfalt setzt sich auch auf kulinarischer Ebene fort. Das Restaurant Gut Levershausen bietet eine Fülle mediterraner Speisen in idyllischer Atmosphäre. Ob saftiger Fjordlachs oder deftiges Spanferkel, hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.

Management/Service/Dienstleitungen: Die Servicekräfte in Hardenberg beeindrucken mit einer schon fast ansteckenden Freundlichkeit. Auch der Shop lässt dank breitem Golfsortiment keine Wünsche offen. Ein großer Pluspunkt ist die ebenfalls auf der Anlage ansässige Golfschule. Modernste Trainingsmethoden und die langjährige Erfahrung von Golflehrer Stefan Quirmbach garantieren eine Ausbildung auf absolutem Topniveau.

Preis/Leistungs-Verhältnis: Das Greenfee für den Niedersachsen Course beträgt an Wochentagen 55 € (9 Loch = 34 €), an Wochenend- und Feiertagen 64€ (9 Loch 39 €). Schüler und Studenten bis 27 Jahre erhalten 50 Prozent Ermäßigung.

Im regionalen Vergleich liegt der Platz in Levershausen damit zwar preislich über den meisten Golfplätzen der Umgebung, dafür bekommt der Golfer für sein Geld jedoch höchste Qualität in allen Bereichen geboten. Nicht umsonst zählt der Niedersachsen Course offiziell zu den „Leading Golf Courses Of Germany“.

Kommentar: Dank des abwechslungsreichen Layouts strahlt der Platz auch nach mehrmaligem Spielen noch eine große Faszination aus. Wer sich dennoch nach Abwechslung sehnt, dem empfehle ich, auch einmal einen Blick auf den zweiten 18-Loch-Platz des Clubs zu werfen. Im Vergleich zum modernen Design des Niedersachsen Courses zeigt sich der klassisch-schöne Göttingen Course von einer gänzlich anderen Seite. Nicht zuletzt dank dieser Mischung verspricht das Hardenberg GolfResort auch mehrtägigen Besuchern einen Golfurlaub von besonderer Klasse.

Resümee: Alles in allem bietet die Anlage des Hardenberger Golfclubs eine Qualität, die deutschlandweit zum höchsten Standard zu zählen ist. Wer sich nicht vor einem Duell mit dem Keiler scheut, sollte auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen, um mit dem Niedersachsen Course einen der besten Golfplätze Deutschlands zu spielen.
Abschließend zu betonen ist der äußerst sympathische Umgang, den die Besucher auf der Anlage miteinander hegen. Dies bestätigt auch Geschäftsführer Norbert Hoffmann: „Jeder Golfer ist herzlich eingeladen, die besondere Atmosphäre im GolfResort Hardenberg einmal persönlich kennenzulernen.“