Das ,Cruiser‘-Gespann

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: redaktion

Carsten Schleevoigt testet die Zuglast des Volkswagen Amarok und mehr.

„Zwei Tonnen muss ein Auto schon ziehen können“, sagt Carsten Schleevoigt, Ingenieur und Gesellschafter der onp planungs + projekt GmbH. Diese Anforderung an seinen fahrbaren Untersatz hat einen 7,80 Meter langen, eher privaten Grund.

Denn Schleevoigt besitzt einen eigenen Wohnwagen und ist leidenschaftlicher Camper. Jährlich ist er mit seiner Familie unterwegs, hauptsächlich in Norddeutschland und Skandinavien.

„Ich bin auf dem Campingplatz in Dransfeld groß geworden, dort hatte mein Großvater seinen Wohnwagen stehen“, erklärt der 42-Jährige.

Irgendwann kam dann das erste eigene Wohnmobil, bevor er mit seiner Familie – die seine Leidenschaft von Beginn an teilte – aus wirtschaftlichen und praktischen Gründen auf einen Wohnwagen umstieg. Um diesen bewegen zu können, braucht es ein kräftiges Auto mit der entsprechenden Zuglast.

Der Volkswagen Amarok passt hervorragend in das Anforderungsprofil. Offiziell dürfen in der Automatikversion 3,2 Tonnen bewegt werden. Damit der VW dies auch in der Praxis demonstrieren kann, hat Schleevoigt für den Test noch eine ,Zusatzausstattung‘ organisiert und zwar einen Wohnwagen.

Das Anhängen übernimmt er selbst. Lediglich zum Einweisen braucht er etwas Unterstützung. Denn der Testwagen hat keine Rückfahrkamera, die optional aber erhältlich ist.

„Die Kamera ist zwar nur ein kleines Detail, aber beim Ankoppeln für mich schon fast unverzichtbar“, sagt Schleevoigt.

Nachdem der Ingenieur den Trailer auch ohne Kamera routiniert an die feste Anhängerkupplung angehängt hat, geht es mit dem jetzt rund 13 Meter langen Gespann auf die Reise. Trotz des zusätzlichen Gewichts bleibt der VW-Pickup sicher in der Spur. Schleevoigt weiß auch warum: „Der Schwerpunkt des Gespanns ist durch den Amarok weit vorne, so habe ich ein passendes Gegengewicht für den Anhänger.“

Ein weiterer Vorteil des in Hannover produzierten Volkswagens ist sein Allradantrieb. Damit hätten die Zeiten ein Ende, in denen Schleevoigt auf matschigen Wohnwagenplätzen erst den Platztraktor rufen musste, um seine Fahrt fortzusetzen.

Aber nicht nur dies und die gute Balance der mit 180 PS ausreichend motorisierten Zugmaschine überzeugt. Auch das für den Tester wichtigste Detail im Gespannbetrieb macht eine gute Figur.

„Ohne ein Automatikgetriebe geht für mich in Sachen Zugmaschine gar nichts mehr, und hier ist der Amarok sehr gut ausgestattet.“ Dabei ist für ihn weniger der praktische Nutzen als vielmehr der höhere Komfort und Fahrspaß wichtig. Schleevoigt bringt es auf den Punkt: „Ich bin einfach zu faul zum Schalten.“

Das Automatikgetriebe des Testwagens schaltet durch insgesamt acht Gänge und bringt das Gespann sanft auf Touren. Schleevoigt genießt sichtlich das Gefühl des ,Cruisens‘: „Ich mag es, gemächlich dahinzugleiten, ein bisschen mit dem Gas zu spielen und den Wagen einfach laufen zu lassen.“

Für ihn sei das Autofahren durch die Fahrweise mit den ,Zugmaschinen‘ wie aktuell mit seinem VW T5 zum entspannten Ausgleich für seinen hektischen und termingebundenen Arbeitsalltag geworden.

Das heißt allerdings nicht, dass er die Arbeit ganz aus dem Auto aussperrt. Er nutzt die Zeit meistens zum Telefonieren. Mit der VW-üblichen Verbindungsmöglichkeit vom Mobiltelefon zum Bordcomputer mit Navigationsgerät ist das im Amarok kein Problem. Aber nicht nur technisch, sondern auch optisch überzeugt der Pickup im Innenraum.

Schleevoigt bezeichnet das Interieur als robust-komfortabel, „und genau so muss es auch sein – das passt zum Charakter des Kraftpakets“.

Der wichtigste faktor

In diesem Zusammenhang sind für ihn zusätzlich große Räder mit Alu-Felgen sowie Chromteile wie die massige Rohrkonstruktion auf der Ladefläche unverzichtbar.

Obwohl er viel Wert auf die ‚inneren Werte‘ eines Autos legt, sei die Optik doch der wichtigste faktor. „Zuerst muss mir und meiner Familie das Auto optisch gefallen, dann wird gecheckt, ob es auch alles kann, was wir brauchen.“

Den Amarok hat seine Familie schon bei einer früheren Testfahrt für sich entdeckt. Um den Testwagen komplett alltagstauglich zu machen, müsste aber die Ladefläche des Pickup noch einen Aufbau oder zumindest eine Abdeckung erhalten.

Hier kommt der Vorteil des Nutzfahrzeugs voll zum Tragen. Denn in Sachen Gestaltung der Ladefläche sind viele Varianten für diverse Anforderungen möglich – bis hin zur Hebebühne.

Die Schleevoigts benötigen lediglich einen echten Kofferraum, dann sei das Auto nahezu perfekt. Allein die Länge von knapp 5,30 Meter sorgt mit Blick auf dem Stadtverkehr für leichte Bedenken.

„Das ist aber auch das einzige – für lange Fahrten und entspanntes ‚Cruisen‘ ist der Amarok einfach genial.“