Chinesisch für Schulen

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Text von: redaktion

Die Volksrepublik China stiftet zum ersten Mal Professuren an einer deutschen Hochschule. Dies gaben Vertreter Chinas und der Universität Göttingen am Mittwoch, 14. Oktober 2009, auf der Frankfurter Buchmesse bekannt.

Die Universität Göttingen erhält demnach zwei neue Professuren, von denen die eine sich mit Gesellschaft und Wirtschaft des modernen China beschäftigt und die andere auf Chinesisch als Fremdsprache ausgerichtet ist.

Stifter ist das China National Office of Chinese Language Council International der Volksrepublik China (Hanban). Das Hanban fördert beide Professuren zunächst für sechs Jahre mit jährlich insgesamt 180.000 Euro. Für die erste Professur besteht eine Verlängerungsoption mit Aufstockung des chinesischen Anteils, die zweite Professur wird nach Auslaufen der Finanzierung von der Universität Göttingen weiterfinanziert.

Die Ausschreibung und Besetzung der Professuren wird in den nächsten Monaten durch die Universität Göttingen erfolgen.

An der Zeremonie auf der Buchmesse haben auf chinesischer Seite unter anderem der Botschafter Wu Hongbo, der Gesandte Botschaftsrat für Bildung Jiang Feng und die Hauptgeschäftsführerin des Hanban Xu Lin teilgenommen.

Die deutsche Seite wurde durch den Niedersächsischen Finanzminister Hartmut Möllring, den Generalsekretär der Kultusministerkonferenz Erich Thies, durch die Vizepräsidentin der Universität Göttingen Hiltraud Casper-Hehne und weitere Gäste aus Politik und Hochschule vertreten.

Gemeinsames Ziel ist es, die Vermittlung von chinesischer Sprache und Kultur in Deutschland zu fördern. In einem geplanten Studiengang „Chinesisch als Fremdsprache“ sollen zukünftig qualifizierte Lehrkräfte für deutsche Schulen und andere Bildungseinrichtungen ausgebildet werden.

Mit dieser einmaligen Ausbildung kann Niedersachsen eine Vorreiterrolle in der Ausbildung von Lehrenden für das Fach Chinesisch als Fremdsprache einnehmen.

Die Einrichtung des Studiengangs in Niedersachsen bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Landesministerien.

„Sprache ist der Schlüssel zur fremden Kultur. Mit großer Freude haben wir in den vergangenen Jahren zur Kenntnis genommen, dass immer mehr Schüler sich für die chinesische Sprache und Kultur interessieren. Dabei ist ein Mangel an qualifizierten studierten Chinesischlehrern festzustellen. Mit der Finanzierung der Stiftungslehrstühle an der Universität Göttingen wollen wir diesen Engpass beseitigen, die Qualität des Chinesischunterrichts an deutschen Schulen gewährleisten und somit die Völkerverständigung beider Länder fördern,“ so Xu Lin.

„China ist mittlerweile einer der größeren Handels- und Wirtschaftspartner Niedersachsens. Ich danke deshalb der Volksrepublik China für die Stiftung der Professuren, denn nur gegenseitiges Verständnis und die Akzeptanz der jeweils anderen Kultur können die Beziehungen festigen“, sagte der Niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

„Die Professuren sind ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung unserer Beziehungen zu China mit Signalwirkung für die gesamte deutsche Hochschullandschaft. Unser Ziel ist es, in Göttingen eine Kompetenz in Asienwissenschaften aufzubauen, die weit über die Landesgrenzen hinaus ausstrahlen und das internationale Renomee unserer Universität weiter stärken wird. Dabei werden wir uns auch intensiv der Förderung des Chinesisch-Unterrichts an Schulen widmen,“ sagte Hiltraud Casper-Hehne.

„Neben chinesischer Geschichte, Philosophie und Politik können wir uns jetzt auch intensiv mit der Wirtschaft und Gesellschaft des modernen China beschäftigen. Eine wichtige und zeitgemäße Ergänzung, die uns in die Lage versetzt, die hochkomplexen Entwicklungen in China besser zu verstehen,“ so Axel Schneider.

Bei der Internationalisierungsstrategie der Universität hat die Kooperation mit chinesischen Hochschulen große Bedeutung. Derzeit bestehen in Göttingen rund 20 Kooperationen an acht Fakultäten.

Als ersten wichtigen Schritt für den Aufbau eines Ostasienzentrums hatte die Universität Göttingen bereits eine Stiftungsprofessur „Ostasienwissenschaften“ mit dem Schwerpunkt China aus der regionalen Wirtschaft eingeworben.

Die KWS SAAT AG (Einbeck), die Sparkasse Göttingen, die Norddeutsche Landesbank (Hannover), die Sievert AG & Co. KG (Osnabrück) und THIMM – The Highpack Group (Northeim) fördern diese Professur für fünf Jahre.