CeBIT 2007: Göttinger Wissenschaftler präsentieren Forschungsprojekte

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Text von: redaktion

Vom 15. bis 21. März 2007 wird in Hannover ein Informationssystem für die Fleischwirtschaft und ein virtueller Marktplatz für Automobil-Ersatzteile vorgestellt.

Einen virtuellen Marktplatz für Beschaffung und Vertrieb von Automobil-Ersatzteilen stellen Wirtschaftswissenschaftler der Universität Göttingen auf der diesjährigen Computermesse CeBIT (vom 15. bis 21. März 2007 in Hannover) vor. Sie präsentieren die internetbasierte Vermittlungsplattform „E-Marketplace Automotive“, über die das Angebot von Großhändlern und die Nachfrage von Werkstätten bundesweit effizient gebündelt und zugeordnet werden kann.

Außerdem informieren Göttinger Agrarökonomen über ihre Arbeiten in dem interdisziplinären Forschungsprojekt IT Food Trace. Im Rahmen des Projekts entwickeln Experten aus Wissenschaft und Praxis ein computerbasiertes Informationssystem, mit dem Herkunft und Verarbeitung von Fleisch lückenlos zurückverfolgt werden kann.

Grundlage der branchenspezifisch ausgerichteten Vermittlungsplattform „E-Marketplace Automotive“ bildet ein Informationssystem, das aktuelle Daten über Fahrzeuge und Fahrzeugteile aufbereitet. Über einen Internetbrowser wählt der Werkstattmitarbeiter das gesuchte Ersatzteil aus. Nach einem Datenabgleich erhält er eine nach Preisen sortierte Liste der Großhändler, die dieses Ersatzteil anbieten. Die Ware kann online bestellt werden. „Die Werkstätten können damit auf das Sortiment von Händlern aus dem gesamten Bundesgebiet zurückgreifen, zudem verringert sich der Zeitaufwand für einen Preisvergleich erheblich. Großhändlern bietet der Branchenmarktplatz die Möglichkeit, ihr Absatzgebiet bundesweit auszudehnen“, erläutert Dr. Manfred Peter Zilling (Gemeinschaftsstand der niedersächsischen Hochschulen, Halle 9, Stand 21).

In dem Projekt IT Food Trace arbeitet ein Göttinger Forschungsteam an der Entwicklung spezieller Softwarelösungen für ein Lieferantenbewertungsystem in der Fleischwirtschaft. In vielen Branchen kommen bereits zahlreiche Softwaremodule zur Bewertung von Lieferanten zum Einsatz. „Die Besonderheiten der Lebensmittelindustrie und der Fleischwirtschaft erfordern jedoch eine spezielle Branchenlösung“, so Prof. Spiller, Leiter des Arbeitsbereichs Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte. Bestehende Softwaresysteme sollen so angepasst werden, dass Transparenz und stufenübergreifende Kommunikation in der Wertschöpfungskette von der Tierhaltung über die Schlachtung und Fleischverarbeitung bis zum Lebensmitteleinzelhandel verbessert werden.

Das zweite Göttinger Teilprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Ludwig Theuvsen vom Arbeitsbereich Betriebswirtschaftslehre des Agribusiness beschäftigt sich mit Qualitätssicherungskonzepten und der Nutzung von Qualitätsinformationen in der Fleischwirtschaft. Dabei geht es vorrangig um das Instrument der Zertifizierung, mit dem neutrale Prüfinstitute die Einhaltung von grundlegenden Anforderungen an Produktqualität und -sicherheit in den Betrieben gewährleisten. Das Projekt IT Food Trace wird vom Bundesinnesministerium im Rahmen der „eGovernment-Strategie“ (Halle 9, Stand B60) und von IBM Deutschland (Halle 1) vorgestellt.

Bildnachweis: Deutsche Messe AG