Business Knigge: Das Büfett

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Text von: redaktion

Sybil Gräfin Schönfeldt gibt Hinweise für das korrekte Benehmen am Büfett.

Sybil Gräfin Schönfeldt gibt Hinweise für das korrekte Benehmen am Büfett.

Diese praktische Form der Geselligkeit ist so wohl bekannt, dass man weder das warme noch das kalte Büfett erklären müsste. Da aber gerade bei offiziellen Büfetts meist die gleichen Unsitten beobachtet werden können, ein paar Hinweise fürs korrekte und vernünftige Büfettbenehmen: Erstens wartet man, bis der Gastgeber das Büfett mit welchen Worten auch immer eröffnet. Man streicht also nicht wie ein hungriger Löwe an dem wartenden Aufbau vorbei und zupft da eine Weintraube, da ein Stück Aal aus dem Arrangement. Ist das Büfett eröffnet, so stürzt man nicht darauf zu, obgleich sich jede Küche freut, wenn sie eine leer gegessene Platte neu füllen und aufs Büfett stellen kann.

Kluge Büfett-Esser warten, bis die erste gierige Welle abgeflaut ist, und haben dann Platz und Muße, sich zu bedienen. Steht ein Koch oder Kellner hinter dem Büfett, so greift man nicht selbst zum Löffel, sondern lässt sich von ihm das Warme servieren. Kenner nehmen sich zunächst Fisch oder Suppe als Vorspeise und bedienen sich dann vom nächsten Gang, immer mit einem frischen Teller. Höfliche fragen ältere, behinderte oder weibliche Tischgenossen: „Darf ich Ihnen etwas vom Büfett mitbringen?“ und versorgen sie vielleicht mit Getränken, Servietten oder was ihnen fehlt. Wer etwas zu essen oder trinken bestellt, was der Gastgeber nicht vorgesehen hat, sollte korrekterweise selbst bezahlen.

Sybil Gräfin Schönfeldt, die in Göttingen studierte, gilt als Kniggerbin. Der Beitrag stammt aus ihrem Ratgeber „Gutes Benehmen wieder gefragt“ (Verlag Mosaik).

Sommer 2006