Bunte neue Welt

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Text von: Redaktion

Die Flüchtlingswelle beherrscht die Zeitungen und Nachrichtensendungen der letzten Wochen. Natürlich beschäftigen uns die dramatischen Bilder von den unzähligen Menschen, die verzweifelt übers Mittelmeer und quer durch die mehr oder weniger hilfsbereiten europäischen Länder geflohen sind. Gerade weil die meisten dieser Menschen von Deutschland aufgenommen werden, steht unsere Gesellschaft vor einer Herausforderung, deren Ausmaße nur schwer absehbar sind.

Text: Stefan Liebig

In unserer unmittelbaren Nähe existiert seit Ende des zweiten Weltkriegs mit dem Grenzdurchgangslager in Friedland einer der deutschlandweit wichtigsten Aufnahmeorte für Flüchtlinge und Vertriebene aus aller Welt. Doch bringen die aktuellen Zahlen – Mitte Oktober waren hier 4.755 Menschen untergebracht sowie weitere 510 in Duderstadt und 247 in Adelebsen – selbst diese sehr erfahrene Einrichtung an ihre Grenzen. Trotz aller Probleme müssen wir auf die Menschen zugehen und ihnen helfen, sich in ihrer neuen Umgebung zu integrieren und die kulturellen Herausforderungen zu meis­tern.

Gerade an den Hochschulen der Region entstehen – neben dem überall im Aufbau befindlichen Gasthörerstudium für Flüchtlinge – unterschiedliche Aktivitäten, um zu helfen. Mit etwa 30 Prozent verfügt die Technische Universität (TU) Clausthal über die deutschlandweit höchste Quote von ausländischen Studierenden und so stößt das Flüchtlingsthema in der Harzer Hochschule auf eine besondere Sensibilität. Als Mitte September 259 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak im Clausthal-Zellerfelder Nachbarort Hahnenklee ankamen, brachte sich die von Clausthaler Studenten ins Leben gerufene ,Solidarity‘-Initiative sofort ein.

Ihr Konzept ist schlüssig: Kleidung, Möbel oder Spielzeug werden eingesammelt, aufgearbeitet und dann an Bedürftige weitergegeben. Die Koordination der Güterströme wird über eine Online-Datenbank gesteuert, die von Informatik-Studierenden der TU programmiert wurde. Produktion, Aufbereitung und Logistik­management befinden sich in den Händen von Studierenden der Inge­nieurwissenschaften. Dabei sollen Flüchtlinge sowie Langzeitarbeitslose in den Aufarbeitungsprozess eingebunden werden. Marketing, PR und Kundenbetreuung übernehmen Studenten der Wirtschaftswissenschaften.

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