Briefe von Georg Christoph Lichtenberg in der Unibibliothek

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Text von: redaktion

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) hat die größte noch in Privatbesitz befindliche Sammlung von Briefen des Göttinger Gelehrten Georg Christoph Lichtenberg erworben.

Ende 2012 erstand sie 27 Briefe des Naturwissenschaftlers, die der Darmstädter Buchhändler und Antiquar Ludwig Saeng (1877 bis 1967) neben Sammlungen von Briefen anderer Wissenschaftler und Dichter zusammengetragen hatte.

Die Briefe in einem Gesamtwert von rund 100.000 Euro ergänzen die Sammlung von Lichtenberg-Handschriften der SUB, die als die weltweit größte Sammlung ihrer Art gilt.

Die jetzt erworbenen Briefe umfassen zehn Schreiben, die Lichtenberg (1742 bis 1799) an den Göttinger Professor für Mathematik und Architektur Albrecht Ludwig Meister richtete, sowie weitere Sendungen an Empfänger in und außerhalb von Göttingen.

Die Themen, die in den Briefen behandelt werden, spiegeln die vielfältigen Interessen Lichtenbergs wider. So schlägt Lichtenberg in einem Brief an Meister aus dem Frühjahr 1779 anlässlich des Neubaus eines breiteren Weender Tores in charakteristisch spöttischer Weise eine Neugestaltung des Tores vor, die als Ornamente für die freien Felder im Torgiebel ‚Mettwürste, (…) Zwiebacke in Pythagorischen Triangeln nebst Pottkuchen‘ vorsah.

Auch die naturwissenschaftlichen Interessen Lichtenbergs kommen nicht zu kurz, so etwa in Briefen an den Göttinger Naturforscher Johann Friedrich Blumenbach oder den Mediziner und Chemiker Christoph Girtanner.

„Diese großartige Sammlung von Briefen ist eine der wichtigsten Ergänzungen der historischen Bestände unserer Bibliothek seit den 1980er-Jahren. Leider können wir im Gegensatz zu anderen großen Bibliotheken aus finanziellen Gründen solch wertvolle Erwerbungen nur in großen Abständen tätigen“, berichtet Helmut Rohlfing, Leiter der SUB-Abteilung Spezialsammlungen und Bestandserhaltung.

Die SUB verwahrt nicht nur mehr als 1.350 Briefe von und an Lichtenberg, sondern auch seine wissenschaftlichen Aufzeichnungen zu naturwissenschaftlichen Themen. Der Nachlass Lichtenbergs zählt zu rund 400 wissenschaftlichen Nachlässen der SUB, die überwiegend von Göttinger Professoren stammen.

Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei neben der neueren Mathematik auch die Naturwissenschaften.