Text von: Redaktion

Mehr Laptop, weniger Dreck

Eine Ausbildung zum Elektrotechniker bei bode & Stephan in Göttingen heißt: Arbeit mit moderner Technik rund um Solarenergie, nachgelagerter Technik und digitaler Datenerfassung. Aber auch für Praktika von Studierenden gibt es spannende Projektmöglichkeiten. Einbindung und Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter sind dem Unternehmen dabei sehr wichtig.

Probleme mit der Gewinnung von Auszubildenden hatte die bode & Stephan GmbH trotz Fachkräftemangels im Handwerksbereich bislang noch nicht – jedes Jahr fangen bei dem Göttinger Elektrotechnikunternehmen drei bis vier neue Elektroniker mit Fachrichtung Energie und Gebäudetechnik neu an. „Manchmal hatten wir sogar so viele gute Bewerber, dass wir fünf genommen haben“, sagt Geschäftsführer Ingo Stephan. Das Ziel ist klar: die Auszubildenden auch zu übernehmen, denn bode & Stephan wächst sehr stark. „Deswegen wollen wir die Ausbildung bestmöglich gestalten.“

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Wichtig ist Stephan eines: „Bei uns macht man keine klassische Elektroinstallation, sondern wir gehen deutlich darüber hinaus, weil wir uns auf modernste Solar- und Energietechnik spezialisiert haben.“ Weniger schmutzige Arbeiten, dafür ein deutlich höherer Anteil an Elektronik, Software und Arbeit mit Daten. Weniger Dreck, mehr Laptop sozusagen. In das Ausbildungsprofil gehört beispielsweise, dass man auch im gewerblichen oder privaten Rohbau Löcher stemmt und Kabel verlegt. „Das kommt bei uns aber relativ wenig vor, weil wir mehr fertige Komponenten verbauen, bei denen es mehr um Programmierung und die Anbindung an die Datentechnik geht“, so Stephan. „Wir suchen daher weniger die handwerklichen Superstars, sondern Leute, die Elektronik verstehen.“

bode & Stephan hat sich inzwischen ganz auf den zukunftsträchtigen Bereich Solarenergie, Stromspeicher und nachgeschalteter Technik konzentriert. Dazu zählen dann vor allem Wallboxen für das Laden von E-Autos sowie die dafür nötige Überwachungs- und Steuerungstechnik. Klingt einfach, wird aber anspruchsvoll, sobald es um mehr als eine Wallbox geht. „Ab zwei Anlagen wird es spannend, weil man Auflagen durch den Netzbetreiber erfüllen und auch darauf achten muss, dass das Hausnetz nicht überlastet wird“, sagt Ingo Stephan. Würden zum Beispiel in einem Mehrparteienhaus mehrere Autos gleichzeitig geladen, steigt der Verbrauch sprunghaft an, wodurch es zu einem Stromausfall kommen kann. Das heißt, man braucht nicht nur die Wallbox, sondern auch eine intelligente Steuerung. „Es zeichnet uns aus, dass wir diese komplexen Anforderungen bedienen können“, so Stephan.

An dem Beispiel sieht man bereits, dass das Aufgabenspektrum anspruchsvoll und vielfältig ist. Hinzu kommt, dass es in der Technik eine schnelle Weiterentwicklung gibt, das heißt, man muss regelmäßig up to date sein. Die Auszubildenden werden dafür stark mit eingebunden und sollen mit einem hohen Maß an Eigenständigkeit arbeiten. „Im vierten Lehrjahr bearbeiten sie unter Aufsicht ihre Projekte eigenständig und gucken nicht nur zu“, so Stephan. „Wenn neue Produkte auf Seminaren vorgestellt werden, sind die Auszubildenden ebenfalls von vornherein mit dabei.“

Ingo Stephan ist wichtig, dass schon die Auszubildenden erfahren, warum sie etwas tun, und nicht nur, was sie zu tun haben. „Es soll darum gehen, Verständnis und Sinn zu erfahren, sodass sie am Ende des Tages wissen, warum sie zur Arbeit gehen.“ Eine Tätigkeit rund um innovative, technische Themen, die den energetischen Wandel mitgestalten, so erlebt es Stephan selbst, bietet ein höheres Maß an erfülltem Arbeiten, weil die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns aufgrund der klimaschützenden Maßnahmen offensichtlich ist.

Eigenständiges Arbeiten, modernste Technik, sinnstiftender Arbeitsbereich – das ist auch etwas, das Werkstudenten vor allem aus technischen Bereichen, die ein längeres Praktikum absolvieren wollen, zu schätzen wissen. „Wir suchen immer wieder Werkstudenten für verschiedenste Projekte. Zum Beispiel aktuell jemanden, der im Bereich Monitoring, Troubleshooting und Abrechnung von Wallboxen tätig ist“, sagt Ingo Stephan. Wenn es Fehlermeldungen gibt und etwas nicht funktioniert, kann man das großteils aus der Ferne beheben. „Dieser Bereich wird bei uns gerade aufgebaut und muss betreut werden. Das kann man sehr gut als Projekt im Rahmen eines Praktikums machen, das dann eigenständig betreut wird.“

bode & Stephan ist als Elektrotechnikunternehmen in Göttingen eine feste Größe und kein ganz kleines Unternehmen mehr, sondern im Gegenteil eines, das zurzeit ein starkes Wachstum vollzieht. Aktuell sind 46 Mitarbeiter in dem Unternehmen beschäftigt, im vergangenen Jahr sind zwölf dazugekommen – bis 2023 soll die Zahl sich auf 80 bis 100 verdoppeln. Hintergrund ist die 2021 vollzogene Partnerschaft mit dem europaweit agierenden Solarenergiedienstleister 1KOMMA5°.

Das Unternehmen, zu dessen Investoren unter anderem die Porsche AG gehört, ist mit dem Ziel angetreten, die Solartechnik nun auf breiter Front günstig und effizient an den Kunden zu bringen. Dazu kauft das Unternehmen derzeit europaweit Unternehmen wie bode & Stephan auf, die die Expertise rund um PV-Anlagen und nachgelagerte Technik mitbringen. So soll ein großer Rundum-Solarenergieanbieter entstehen, der bundesweit nach einheitlichem Qualitätsstandard Solarprojekte abwickeln kann. Im Rahmen des 1KOMMA5°-Unternehmensverbundes ist bode & Stephan nun zwischen Kassel und Hamburg für die Abwicklung von Projekten verantwortlich. Zwei neue Unternehmensstandorte in Salzgitter und Lüneburg werden in den kommenden Jahren entstehen.

Für die Ausbildung und Praktika heißt das, dass es zukünftig spannende und auch deutlich größere Projekte geben wird, die neue Erfahrungen mit sich bringen, betont Ingo Stephan. „Bei 1KOMMA5° sitzen Leute, die ganz genau wissen, wie man zum Beispiel technische Lösungen findet. Das heißt, bei uns wird die Betreuung dadurch noch besser werden.“

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