Blick in die Ferne

© Institut für Astrophysik, Göttingen
Text von: redaktion

Eine neue optische Technologie, an deren Entwicklung auch Astrophysiker der Universität Göttingen beteiligt sind, soll zukünftig aufschlussreiche Blicke in weit entfernte Galaxien ermöglichen.

Der moderne 3D-Spektrograph MUSE (Multi Unit Spectroscopic Explorer) verbindet 24 einzelne Spektrographen zu einem komplexen Gesamtsystem und ermöglicht so Aufnahmen in bislang unerreichter Farbe und Qualität.

Die Wissenschaftler hoffen, damit Galaxien erforschen zu können, die hundert Millionen Mal schwächer leuchten als der schwächste Stern, den das menschliche Auge noch erkennen kann.

Nachdem die Testphase erfolgreich abgeschlossen wurde, geht die Technologie nun in Serienproduktion.

Die Göttinger sind dabei vor allem für die komplexe mechanische Struktur und Teile der Optik zuständig.

Die Herausforderung für die mechanische Konstruktion liegt in der sehr genauen Einstellung der 24 einzelnen Elemente zueinander und zur Lichtquelle:

Die Justierung der gesamten Struktur muss Temperaturschwankungen, Vibrationen durch eigene Bewegung und sogar Erdbeben standhalten.

„Mit Hilfe von MUSE können wir nun eine Vielzahl spannender astrophysikalischer Probleme angehen.

Dazu gehört die Untersuchung von Sternen in Sternhaufen, im zentralen Bereich unserer Milchstraße und in Nachbargalaxien sowie von supermassiven schwarzen Löchern im Zentrum von Galaxien“, so Stefan Dreizler, verantwortlicher Wissenschaftler für das Projekt an der Universität Göttingen.

An der Entwicklung arbeiten mehr als 100 Wissenschaftler und Ingenieure. MUSE soll ab 2012 erstmals am Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile zum Einsatz kommen.