Birdie für’s Business

Text von: redaktion

Wie Sie mit einem Firmenturnier potenzielle Kunden und Geschäftspartner gewinnen - faktor verrät, worauf Sie achten sollten.

Bevor Sie beginnen, Golfclubs zu kontaktieren und Einladungskarten zu drucken, müssen Sie sich zuallererst überlegen, was Ihre Zielsetzung für die Veranstaltung ist.

Vor diesem Hintergrund offenbaren sich drei Kategorien von Turnieren, deren Ausrichtung für eine Firma interessant sein kann:

1. Das Sponsoring eines offenen Turniers

Hierbei stehen eindeutig Werbezwecke im Vordergrund. Das Unternehmen erkauft die Namensrechte eines Turniers, das von einem Club ausgerichtet wird. Das Turnier wird offen ausgeschrieben, weshalb im Normalfall eine Großzahl des Teilnehmerfeldes Mitglieder des ausrichtenden Golfclubs sind.

Dementsprechend sinnvoll ist es, vorab zu analysieren, wie stark die Zielgruppe, die Sie für Ihre Produkte definiert haben, unter den Clubmitgliedern vertreten ist.

Ein regionales Beispiel für ein Unternehmen, das auf seine ausgeprägte Golfkompatibilität setzt, ist das Audi Zentrum Göttingen. Als langjähriger Veranstalter des „Audi-Quattro-Cups“ kennt Geschäftsleiter Carsten Lohrengel die Vorteile seines Turniers ganz genau: „Nachweislich existiert bei aktiven Golfspielern und Golfsportinteressierten eine besonders hohe Affinität zum automobilen Premiumsegment. An dem Turniertag ergeben sich – am Rande der Greens – zahlreiche Gelegenheiten zur Kontaktpflege.“

2. Ein Turnier als Veranstaltung für potenzielle Neukunden

Diese Turnierform gibt Ihnen die Möglichkeit, neue Geschäftspartner kennenzulernen und den Kontakt zu bereits akquirierten Kunden zu pflegen. Die Turnierteilnehmer werden gezielt und persönlich vom Unternehmen eingeladen.

Eine möglichst große Präsenz des ausrichtenden Unternehmens ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg. So sollte jederzeit entsprechendes Personal vor Ort sein, um mit potenziellen Neukunden erste kommunikative Kontakte herstellen zu können.

3. Ein Firmenturnier als Mitarbeiter-Incentive

Ein Firmenturnier, das quasi als Belohnung für die Angestellten ausgerichtet wird, kann sich in punkto Mitarbeiterzufriedenheit als gewinnbringend für Ihr Unternehmen auszahlen. Ganz nach dem Motto „Zufriedene Mitarbeiter sind bessere Mitarbeiter“ bietet die Ausrichtung eines solchen Turniers eine Gelegenheit, die Motivation Ihrer Mitarbeiter zu steigern und zusätzlich den Zusammenhalt bei Ihren Angestellten zu fördern.

Allerdings muss hierbei erwähnt werden, dass ein solches Geschenk aus rein ökonomischer Sicht nur dann sinnvoll ist, wenn sich die anfallenden Kosten unterhalb des zu erwartenden Produktivitätsschubs bewegen. Für den Raum Göttingen ist die Steuerberatungsgesellschaft Quattek & Partner als Paradebeispiel für ein Unternehmen anzusehen, das die regelmäßig stattfindenden Firmenturniere zur zusätzlichen Imagepflege nutzt.

Mischform

Bei der Ausrichtungsform geht Quattek & Partner dabei allerdings einen eigenen Weg, der eine Art Mischform aus den drei vorgestellten Modellen darstellt.

Partner Jürgen Hollstein organisiert den „Quattek & Partner“-Golf-Cup schon seit einigen Jahren und kennt den besonderen Charakter der Veranstaltung entsprechend gut: „Wir laden zum Turnier Mandanten und Freunde ein, dennoch ist es ein offenes Turnier. Der Rest des Teilnehmerfelds setzt sich also aus Mitgliedern des Golfclubs Hardenberg zusammen“, erklärt Hollstein und weist zugleich auf die spezielle Motivation bei der Ausrichtung des Events hin:

„Für uns steht nicht im Vordergrund, durch die Veranstaltung Neukunden zu gewinnen, vielmehr soll die Bindung zu bereits bestehenden Partnerschaften gestärkt werden. Besonders wichtig ist uns darum, dass sich der ,Quattek & Partner’-Golf-Cup stets durch eine persönliche Note auszeichnet.“

Organisatorische Schritte

Nachdem Sie sich für das Grundprofil Ihres Turniers entschieden haben, sollten Sie wohl überlegt die nächsten organisatorischen Schritte einleiten. Denn so sinnvoll und gewinnbringend ein Firmenturnier für Ihr Unternehmen sein kann, so wichtig ist es, auch bei der Planung dieses Events mit äußerster Sorgfalt vorzugehen.

Schließlich gilt es, eine wichtige Tatsache zu berücksichtigen: Wer an einem Firmenturnier teilnimmt, bewertet Ihre Marke an diesem Tag nicht nach der eigentlichen Qualität Ihres Unternehmens oder der Tauglichkeit Ihrer Produkte. Vielmehr projiziert der Kunde seinen persönlichen Eindruck vom Golfclub und der Anlage auf Ihre Firma.

Geht ein Kunde unzufrieden vom Platz, weil er auf der Runde einige Mängel wahrgenommen hat, so senkt dies oftmals seine Zufriedenheit bezüglich Ihrer Firma, ohne dass Sie etwas für die minderwertige Qualität der Golfanlage können. Dies gilt es, bei der Wahl einer geeigneten Golfanlage dringend zu berücksichtigen, und entsprechend groß sollte somit das Vertrauen sein, das Sie dem ausrichtenden Golfclub entgegenbringen.

Leider verfügen jedoch nicht viele Firmen über Personal mit dem nötigen Golf-Know-how, was für die Event-Organisation problematisch sein kann. Norbert Hoffmann, Geschäftsführer vom Golfclub Hardenberg, kann aus persönlicher Erfahrung über dieses Dilemma berichten: „Für die Organisation eines Firmenturniers sind oftmals Angestellte im Unternehmen verantwortlich, die keinerlei Kenntnisse im Golfsport vorweisen können. Diese Mitarbeiter rufen dann bei uns im Club an, ohne eine Vorstellung von dem zu haben, was wir ihnen bieten sollen.“

Um bei der Wahl des passenden Ausrichtungsorts auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich deshalb oftmals, auf Agenturen zurückzugreifen, die sich auf die Organisation solcher Golfevents spezialisiert haben.

Ein regionaler Anbieter ist der Professional Golf Service, mit Sitz in Göttingen. „Wir empfehlen den Unternehmen geeignete Golfanlagen, die dem Charakter und der Zielsetzung der Veranstaltung entsprechen“, erklärt Agentur-Chefin Katharina Quirmbach. Darüber hinaus steht die Agentur bei der späteren Planung der Firma beratend zur Seite.

Besonders hohe Priorität sollte hierbei auf den individuellen Charakter des Events gelegt werden. Schließlich ist die Gefahr groß, in der Fülle von Turnieren einfach unterzugehen. „Das Unternehmen sollte bestrebt sein, sich mit der Ausrichtung des Turniers durch ein bestimmtes Profil abzuheben“, betont darum auch Katharina Quirmbach.

Personalisieren heißt in diesem Zusammenhang das Zauberwort, wobei es häufig gerade Kleinigkeiten sind, die einem Firmenturnier die individuelle Note verleihen. Überlegen Sie sich doch zum Beispiel, ob es als Willkommensgeschenk nicht auch eine kreativere Idee gibt, als die klassischen, mit dem Firmenlogo bedruckten Golfbälle.

Firmenturniere bringen jedoch noch weitere Besonderheiten mit sich, die es bei der Organisation zu beachten gilt: Gerade bei Mitarbeiterturnieren sind viele Teilnehmer in punkto Golf oft absolute Anfänger. Schickt man diese nun auf eine 18-Loch-Runde, so kann aus der geplanten Belohnung schnell eine ungewollte Bestrafung werden.

In solchen Fällen empfiehlt es sich, stattdessen einen Club mit ansässiger Golfschule auszuwählen. Dort kann der Pro gezielt mit den Anfängern arbeiten, während die erfahrenen Spieler ungestört den Platz bespielen können. Auf diesem Wege können Sie zudem Ihren Geschäftspartnern die seltene Gelegenheit bieten, die Ehefrau einmal mit zur Golfanlage zu nehmen, ohne von schlechtem Gewissen geplagt zu werden. Auf Ihre Business-Gespräche während der Golfrunde wird dies gewiss keine negativen Auswirkungen haben.

Turnierablauf

Was den eigentlichen Turnierablauf angeht, können Sie durch die Beachtung weniger Regeln Ihren persönlichen Output enorm steigern:

1. Regel: Wählen Sie die passende Teilnehmerzahl für Ihr Turnier aus. Kalkulieren Sie vorab, wie viele Einladungen sinnvoll sind. Schließlich bringt es Ihnen wenig, wenn Sie Ihr Event überladen und am Turniertag gar nicht die Zeit haben, sich um jeden Gast zu kümmern. Eine größere Teilnehmerzahl kostet Sie außerdem nicht nur zusätzliches Geld, sondern erschwert die Organisation.

2. Regel: Kontrollieren Sie die Zusammenstellung der Flights. Gewiss können Sie es dem Zufall überlassen, welche Spieler miteinander auf die Runde gehen. Bevor Sie jedoch zwei konkurrierende Unternehmer zusammen über den Platz schicken, sollten Sie vielleicht überlegen, ob es nicht ratsam wäre, bei der Zusammenstellung der Flights manuell ein wenig nachzuhelfen. Und wenn Sie selber schlussendlich mit Ihren interessantesten Kunden in einem Flight spielen, werden Sie erstaunt sein, welch gute Geschäfte man während einer 18-Loch-Runde einfädeln kann.

3. Regel: Wählen Sie die Spielform entsprechend der Spielklasse der Teilnehmer. Nicht immer sind die klassischen Wettkampfformen Stroke Play und Match Play die besten Varianten für ein Firmenturnier. Gerade bei einem schwächeren Teilnehmerfeld mit Handicaps von 35 und aufwärts sollten Sie über Alternativen nachdenken. Der sogenannte Chapman-Vierer etwa erhöht den Spielspaß, da die schlechteren Abschläge aus dem Spiel genommen werden. Weil am Ende das Gruppenergebnis in die Wertung eingeht, wird außerdem der Teamgedanke innerhalb des Flights gefördert. Sofern Sie Regel 2 beachtet haben, kann diese Spielvariante also auch einen positiven Effekt für Ihre Geschäftsbeziehungen bedeuten.

Terminfindung

Ein letzter wichtiger Punkt ist die Terminfindung. Oftmals wird viel zu spät mit der Planung eines Firmenturniers begonnen, und am Ende ist die Ernüchterung groß, wenn die Clubs keine freien Termine mehr zu vergeben haben.

Gern unterschätzt wird in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass für ein Einladungsturnier nur eine begrenzte Zahl an Wochentagen zur Verfügung steht. Schließlich dürfen Sie nicht damit rechnen, dass sich viele Geschäftsleute einen Werktag mitten in der Woche für etwas Golfurlaub frei nehmen.

Somit bleibt im Grunde nur ein Zeitfenster von Freitag bis Montag – und diese Turniertage sind in den Golfclubs entsprechend begehrt. Sie sollten darum unbedingt so früh wie möglich mit der Planung Ihres Events beginnen. Bei solch rechtzeitiger, sorgfältiger Planung und der Einhaltung der oben genannten Regeln sollte Ihrem nächsten erfolgreichen Firmenevent nichts im Wege stehen.

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Wir veranstalten Firmenturniere, weil…

  • Uwe Alberstmeyer (Autohaus Alberstmeyer): „…diese Turniere den Bekanntheitsgrad unserer Firma erhöhen. Außerdem wollen wir die Kunden auf diesem Weg von der Qualität unserer Produkte überzeugen.“
  • Jürgen Hollstein (Quattek & Partner Steuerberatung): „…es schön ist, an solchen Tagen auch mal abseits des Geschäfts mit unseren Partnern kommunizieren zu können. Wir veranstalten unsere Turniere als eine Art Dankeschön für unsere Mandanten und Netzwerkpartner.“
  • Carsten Lohrengel (Audi Zentrum Göttingen): „…wir als Ausrichter von dem sportlich-professionellen Umfeld dieser hochwertigen Veranstaltungsserie und dem exklusiven Flair des Golfsports profitieren. Nicht zuletzt bietet sich hier eine hervorragende Kontaktmöglichkeit zu unseren Audi-Kunden bzw. zu Golfsport-Begeisterten, die bisher noch nicht zu unserem Kundenkreis gehören. Zudem verzeichnet keine andere in Deutschland ausgeübte Sportart aktuell mehr Zulauf als der ,grüne Sport’.“