Biogasanlage hat Modell-Charakter

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Text von: redaktion

Erster Spatenstich der Biogasanlage bei Otto Bock in Duderstadt mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.

Die „Biogas Duderstadt GmbH & Ko KG“ wird auf dem Firmengelände von Otto Bock eine Biogasanlage betreiben, die durch die ganzjährig vollständige Nutzung der gewonnenen Energie Modell-Charakter besitzt. Zum ersten Spatenstich für den Bau der Anlage wird am Donnerstag, 31. Mai 2007, auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (Foto) erwartet. Die Inbetriebnahme erfolgt im Oktober 2007.Der Strom wird mit circa 530 Kilowatt pro Stunde ins Netz eingespeist. Abnehmer der kompletten Wärmeenergie von rund 550 Kilowatt pro Stunde ist die Firmengruppe Otto Bock. „Rund 90 Prozent aller Biogasanlagen nutzen nur den erzeugten Strom, weil für die Wärme ein Abnehmer fehlt“, sagt Adolf Stender, Leiter der Bauabteilung und Mitglied der Geschäftsführung der Otto Bock Holding. Dagegen brauche Otto Bock die Wärmeenergie sogar ganzjährig. Im Winter zum Heizen, im Sommer wird sie in einem technischen Umkehrverfahren zum Kühlen verwendet.

Um durch möglichst kurze Leitungswege eine optimale Effizienz zu erzielen, wird die Anlage direkt auf dem Firmengelände von Otto Bock errichtet. Modellhaft ist auch das Betreibermodell: Größter Anteilseigner an der Biogas Duderstadt GmbH & Co KG sind mit 49 Prozent 14 Landwirte aus der näheren Umgebung, die von insgesamt 170 Hektar Fläche pro Jahr 8.500 Tonnen Biomasse anliefern. Der Maschinenring Kommunalservice ist mit 26 Prozent, Otto Bock mit 25 Prozent beteiligt.

Für Otto Bock liegt der Vorteil in der längerfristigen Kostenplanung. „Sollten sich die Strompreise entsprechend entwickeln, könnten wir zum Beispiel den Strom aus dem Biogas direkt nutzen statt ihn einzuspeisen“, erklärt Harry Wertz, Finanz-Chef der Otto Bock Firmengruppe. Die derzeitige eigene Wärmegewinnung aus Holz und mit Erdgas betriebenen Blockheizkraftwerken erbringe wirtschaftlich zwar ähnlich gute Werte, Biogas liefere die Energie aber mit auf 20 Jahre hin gut kalkulierbaren Preisen.

Die Anlage entsteht ohne Fördermittel und bietet auch den Landwirten, die zugleich Lieferanten und Mitbetreiber sind, große Planungssicherheit. „Wir sind froh, dass dies jetzt unsere Biogasanlage ist“, sagte Karl Nolte, mit Thomas Klingebiel Sprecher der Landwirte, bei der Gründung der Gesellschaft im Dezember 2006.