Betriebliches Gesundheitsmanagement lohnt sich

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Zehntes Gesundheitsforum der Gesundheitsregion Göttingen zum Thema Wirtschaftliche Chancen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Am 14. April fand am Abend in der HELIOS Albert-Schweitzer-Klinik Northeim das zehnte Gesundheitsforum Südniedersachsen, veranstaltet von der Gesundheitsregion Göttingen statt. Bei der mit 90 Gästen besuchten Veranstaltung zum Thema „Gesund und fit im Betrieb – Wirtschaftliche Chancen des Betriebes für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)“ konnten erste Arbeitsergebnisse aus der Themengruppe „Prävention“ präsentiert wer-den. Die Gruppe hat sich seit letztem Jahr mit dem Thema BGM beschäftigt.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und Stefan Knorr, Geschäftsführer der HELIOS-Klinik,eröffneten gemeinsam mit Thomas Suermann von der Gesundheitsregion Göttingen, die gut besuchte Veranstaltung mit den Worten „Der demografische Wandel macht uns alle nicht jünger und wir müssen etwas für unsere Mitarbeiter tun, damit sie uns noch lange und gesund im Betrieb erhalten bleiben.“ Suermann verdeutlichte eindrucksvoll, dass durch ein gutes BGM die Arbeitsunfähigkeitszeiten in einem Betrieb um bis zu 40 Prozent gesenkt werden kann. Eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bewies des Weiteren, dass Mitarbeiter, die täglich eine halbe Stunde Sport absolvierten, um bis zu 15 Jahre jünger blieben.

Besonders im Hinblick auf den demografischen Wandel und dem korrespondierenden Fachkräftemangel ist es schon heute von großer Bedeutung, dass sich Betriebe mit dem Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) auseinander setzen. Im Wettbewerb um die besten Fachkräfte müssen sich Arbeitgeber heutzutage mit mitarbeiterorientierten Angeboten, wie dem BGM positionieren. Den Blick auf die älter werdende Generation gerichtet, reicht es heutzutage nicht mehr aus, sich lediglich mit Obstkörben und Pflichtuntersuchungen zufrieden zu geben.

Die veränderten Arbeitsbedingungen unserer Dienstleistungsgesellschaft fordern den heutigen Arbeitnehmern einiges ab. Um die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen, bieten Unternehmen betriebliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an. Denn nur mit gesunden und leistungsfähigen Mitarbeitern bleiben Unternehmen dauerhaft wettbewerbsfähig. Großunternehmen sind größtenteils im Hinblick auf ein gut funktionierendes BGM sehr gut aufgestellt. Doch besonders in Kleinstunternehmen sowie in kleinen und mittleren Unternehmen ist die betriebliche Gesundheitsförderung noch nicht ausreichend verbreitet. Langfristig gesehen, wird es aber zwingend notwendig sein, ein BGM zu installieren, um am Markt bestehen zu bleiben.

Seit Anfang 2015 befasst sich die Themengruppe „Prävention“ unter der Leitung von Thomas Suermann, Vorstandsmitglied der Gesundheitsregion Göttingen e. V. und Präventionsbeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, mit dem Thema des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Die Mitglieder dieser Themengruppe haben im Rahmen eines 10. Gesundheitsforums am 14. April 2016 ab 18 Uhr in der HELIOS-Klinik Northeim ihre Arbeitsergebnisse sowie ihre Expertise an praktischen Beispielen vorgestellt und Betriebe über die Chancen und Wege des BGMs informiert.

Die Referenten der Themengruppe „Prävention“ griffen Themen, wie „Resilienz“ und Achtsamkeit auf. Tatjana Hasse, Yogatherapeutin, schaffte in einer bewegten Pause die Überleitung von Theoriezur Praxis, indem alle Gäste auf ihren Stühlen kleine Yogaübungen mitmachen durften. „Zunehmender Wettbewerbsdruck, schnellere Marktbewegungen und Komplexität der Arbeitsbedingungen fordern von jedem Mitarbeiter die Entwicklung von Resilienz“, so Norbert Rönnau, Resilienz-Coach. Dennoch gibt es viele Betriebe, die sich nicht mit BGM auseinandersetzten. In einem weiteren Vortrag wurden Wege aufgezeigt, wie Zielgruppen erreicht werden könnten. Dabei spielen Kosten eine große Rolle. Die betriebliche Gesundheitsförderung in klein- und mittelständischen Betrieben findet in dem erst vor kurzem vom Bundestag verabschiedeten Präventionsgesetz besondere Beachtung. So sollen gerade kleine und mittelständische Betriebe über erweiterte Leistungen der Krankenkassen mehr für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun.

Darüber hinaus hat die Gesundheitsregion Göttingen speziell für kleine und mittelständische Unter-nehmen (KMU) ein Projekt entwickelt, um dort kostenneutral ein BGM einzuführen. In einer zweiten bewegten Pause zeigte Silke Guercke vom ASC Göttingen ganz einfache Koordinationsübungen fürs Büro, die jeder für sich in der Mittagspause nachmachen kann. Beide „bewegten Pausen“ wurden von allen Gästen sehr gut angenommen und gelobt. Am Ende der Veranstaltung gab es an Thementischen bei einem „Met and Eat“ die Möglichkeit mit den Referenten ins Gespräch zu kom-men. Darüber hinaus konnte eine kleine Gruppe an einer Klinikführung teilnehmen.

Der gemeinnützige Verein Gesundheitsregion Göttingen e. V. umfasst die Landkreise Northeim, Osterode am Harz, Stadt und Landkreis Göttingen und besteht seit 2010. Die Gesundheitsregion versteht sich mittlerweile als ein dynamisches Netzwerk des regionalen Gesundheitswesens und kann inzwischen über 100 Mitglieder verzeichnen. Regelmäßig stattfindende Gesundheitsforen, Themengruppenarbeit, eine jährliche Gesundheitskonferenz, eine interaktive Homepage uvm. zeichnen die partizipative Arbeitsweise und den hohen Stellenwert des Vereins aus. Wer Interesse an einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement hat oder gern als Mitglied in der Gesundheitsregion Göttingen an diesem und weiteren interessanten Themen der Gesundheitswirtschaft mitarbeiten möchte, kann sich gern über die Homepage www.gesundheitsregiongoettingen.de informieren oder darüber Kontakt zur Geschäftsstelle aufnehmen.

Ansprechpartner:
Corinna Engelke M. A. (Projektmanagerin)
Gesundheitsregion Göttingen e.V.
GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH Bahnhofsallee 1b 37081 Göttingen
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