Neustart der Berufsausbildung Feinoptiker

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Seit August gibt es in Göttingen wieder die Berufsausbildung zum Feinoptiker. 19 Auszubildende haben diese Möglichkeit wahrgenommen und bilden den ersten Ausbildungsjahrgang. 

Vor sieben Jahren endete in Göttingen die Berufsausbildung ‚Feinoptiker‘. Auszubildende mussten seit dem regelmäßig zum Blockunterreicht nach Wetzlar reisen. Das wollten Bernd Wübbenhorst, Schulleiter der BBSII in Göttingen und Jens Müller, Leiter Technologie und Produktionsoptimierung von Jos. Schneider Optische Werke GmbH Werk Göttingen so nicht länger hinnehmen. In weniger als einem Jahr stellten sie den Berufsausbildungsplan für die BBSII auf die Beine, holten sich das einstimmige ‚ok‘ als Unterstützervotum des Schulträger Landkreis Göttingen und nun geht die Ausbildung los.

„In einer Stadt wie Göttingen, in der Carl Friedrich Gauss über 50 Jahre lebte, die auf eine glänzende Optik-Tradition zurückblicken kann und in der Stefan Hell als Nobelpreisträger wirkt, brauchen wir wieder gut geschulte Facharbeiterinnen und Facharbeiter und eine entsprechende Ausbildungskompetenz für feinoptische Berufe“, so Wübbenhorst und Müller einhellig. Sie nutzten den Neustart, um über ‚moodle‘ – Stichwort Industrie 4.0 – den gesamten Unterricht parallel ins virtuelle Klassenzimmer zu stellen sowie ein komplett digitales Berichtsheft einzuführen. Ist ein Schüler oder Lehrer krank, kann der Unterricht weiter nachverfolgt werden. Überhaupt liegt dem Team Wübbenhorst Müller das selbständige Lernen und die Förderung sozialer Kompetenzen genauso am Herzen wie eine profunde handwerkliche Ausbildung – in der BBS und in den Betrieben, in denen die jungen Menschen Ihre Berufsausbildung absolvieren.

Die wird im Unterricht zudem gesichert von Jan Niehues, einem promovierten Physiker mit Photonik-Schwerpunkt und Hintergrund aus Industrie und Hochschullehre sowie den Berufsausbildern in den jeweiligen Betrieben. Zur Ausbildungspraxis zählt später das  Erlernen von Fertigkeiten rund um das Thema Glasverarbeitung – über das Anfertigen von Linsen und Prismen für Fernrohre, Mikroskope, Endoskope oder Teleskope, Optiken für Kinos, Fotofilter, spezielle Mikrooptiken, Kristall-Optiken, Head-Up-Displays bis hin zur Anpassung von Brillengläsern.

Der erste neue Jahrgang von 19 Auszubildenden stammt aus den folgenden Betrieben: Qioptiq /exelitas (Göttingen), Jos. Schneider Optische Werke GmbH GÖ (Göttingen), Zeiss CMP GmbH    (Göttingen), Henke Saß Wolf Mikrooptik GmbH (Nörten-Hardenberg), Reichmann Feinoptik GmbH (Brokdorf), Korth Kristalle GmbH (Kiel), Jos. Schneider Optische Werke GmbH SK. (Bad Kreuznach). Ab 2018 kommen Optik+ GmbH (Braunschweig) und Fleige Optik – Prismenoptik (Holm) hinzu.

Zum besseren Kennenlernen standen am ersten Schultag noch eine Stadtführung unter dem Titel ‚Gaus‘ und gemeinsames Grillen auf dem Programm.