Babak Rafati – Ich pfeife auf den Tod

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Text von: redaktion

Am Montag, den 9. Dezember 2013, findet im “Stadion an der Speckstraße“ eine Lesung des FIFA- und DFB-Schiedsrichter Babak Rafati statt.

„Jeder darf einen Fehler machen – nur Du nicht, Babak. Wie ein Fluch kreisen die Worte meines Schiedsrichterchefs durch den Kopf. Mir bleiben noch sieben Stunden bis zum Anpfiff. 50.000 Fans im Stadion. Panische Angst vor dem Spiel, das ich um 15:30 Uhr anpfeifen soll. Sie kommt in Wellen, droht mich zu ersticken.“

Babak Rafati war FIFA- und DFB-Schiedsrichter – bis zum 19. November 2011, als er unmittelbar vor dem Spiel 1. FC Köln gegen 1. FSV Mainz 05 einen Selbstmordversuch unternahm.

Nach dem Suizid von Robert Enke erschütterte sein Selbstmordversuch die Öffentlichkeit. Monatelang wurde über Rafatis Motive gerätselt. In seinem schonungslosen Bericht gibt er – ausgehend von der Nacht des Suizidversuches – zum ersten Mal Antworten, die alle Menschen betreffen, die unter extremem Leistungsdruck, Mobbing und Erschöpfung leiden.

Seine Tat war die Folge einer Depression, hauptsächlich verursacht durch die brutalen Gesetze des Profisports. Rafatis Bericht gibt Einblicke in das „System Schiedsrichter“, an dem er fast zerbrochen wäre.

Es ist nicht nur eine schonungslose Abrechnung mit sich selbst und den menschenverachtenden Mechanismen im deutschen Fußball, sondern auch das Protokoll einer mentalen Heilung, das vielen Menschen Mut machen kann, alles, was einen krank macht, hinter sich zu lassen.