Auszeichnung innovativer Schulprojekte

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Mit der Prämierung der besten Schülerideen ist der „Ideencampus Südniedersachsen – das Workshop-Programm für Schülerprojekte“ Anfang November zu Ende gegangen. Veranstalter war das Zentrum für Entrepreneurship der Privaten Hochschule Göttingen.

Bernhard H. Vollmar, Leiter des ZE Zentrum für Entrepreneurship, leitete den Ideencampus. Mitinitiator war faktor mit seinem Herausgeber Marco Böhme. Bei dem Workshop erfuhren Schülerinnen und Schüler, wie sie Projektideen erfolgreich umsetzen. Dabei halfen ihnen Gruppenarbeitsphasen, Expertenvorträge, Soft-Skill-Veranstaltungen und das Team der Gründungsberatung des ZE. Sie bekamen die Zeit, den Raum und das Know-how von Experten, die mit ihnen an der Konkretisierung der Idee, der Konzeptentwicklung, dem Projektmanagement und der Umsetzung arbeiteten. Auch Spezialwissen über Finanzierung, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit oder Produktion konnten sie erhalten. Ausdrücklich erwünscht war auch, dass sich die Gruppen untereinander austauschen.

Platz eins erreichten sechs Schüler der BBS Alfeld. Sie konkretisierten ihre Idee, eine Schul-App zu entwickeln, welche die Kommunikation rund um Vertretungspläne, Hausaufgaben oder Schulevents sowohl für Schüler als auch für Lehrer vereinfachen und bündeln soll. Dieses auch von der Schulleitung unterstützte Projekt kann nun in die Umsetzungsphase gehen. Die Alfelder Schüler präsentierten bereits einen Designentwurf für die App und legten die nächsten Projektschritte fest, zum Beispiel die Finanzplanung und die Dienstleistersuche für die Programmierung.

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Solarbetriebene Smartphone-Hülle, China-Export, Strom aus Feuer
Darüber hinaus zeichnete die Jury die BBS Holzminden für die Idee aus, eine Handyhülle mit Solarpaneln zu entwickeln. Diese ermöglicht neben einem wirksamen Schutz, unterwegs bei leichter Sonneneinstrahlung das Smartphone aufzuladen, ohne erst umständlich externe Adapter anschließen zu müssen. Gleich zweimal vergab die Jury Platz drei: die BBS I Northeim konnte mit ihrem Projekt überzeugen, ihre bereits bestehende Schulpartnerschaft mit einer chinesischen Schule auch dafür zu nutzen, deutsche und insbesondere für Northeim typische Produkte in China zu verkaufen. Bislang war die Kooperation nur auf den Import ausgerichtet. Stark gewandelt hatte sich während der Workshoptage die Idee einer weiteren Schülergruppe aus Holzminden. Zunächst traten sie mit der Vision an, einen holzkohlebetriebenen Grill auch zur Stromerzeugung zu nutzen. Dieses Konzept änderten sie schließlich dahingehend um, die stromerzeugende Technik auch für einfache Feuerstellen nutzbar zu machen. So könnten noch deutlich mehr Nutzer von der nachhaltigen Stromerzeugung profitieren.

40 Schüler entwickeln Ideen und Projekte
Rund 40 Schülerinnen und Schüler aus der Region Göttingen, Northeim, Hildesheim und dem Weserbergland hatten an ihren Projekten gearbeitet. Die sieben Gruppen kamen mit sehr unterschiedlichen Projektstadien zum Ideencampus: Während einige bereits Prototypen im Gepäck hatten, waren andere noch in der Ideenfindungsphase. Um dies zu berücksichtigen, besteht der Ideencampus aus mehreren Stufen: Steht anfangs die Ideenentwicklung im Vordergrund, geht es im Laufe der drei intensiven Workshoptage im Oktober dann um konkretere Fragestellungen: Was soll das Projekt/das Unternehmen wem anbieten? Wie soll die soziale Förderleistung oder Marktleistung erbracht werden? Welche Ergebnisse sind angestrebt und möglich? So nahmen die Projektideen der Schüler, die vielfach auch kreative Projektlösungen für ihre Schule entwickelten, immer mehr Gestalt an, bis sie schließlich einer Jury ihre Konzepte präsentierten.

Um weitere Anregungen zu geben, erste Netzwerkkontakte zu knüpfen und um Motivation und Durchhaltevermögen zu thematisieren, gab es neben den Arbeitsphasen mehrere Expertenvorträge und ein Outdoor-Training. So referierten Medienunternehmer Marco Böhme vom faktor und Marc Siebert (PFH am Campus Stade) zum Thema Verbundwerkstoffe/Composites als Gestalter der Zukunft. Die Jungunternehmer Phillip Ballhausen und Markus Werner berichteten über ihr erfolgreiches Start-up cpm systems, das sich mit der Lehrmittelverwaltung für Schulen beschäftigt und Boris Hillmann erzählte vom Göttinger Carsharing-Anbieter YourCar. Ein weiterer Vortrag mit dem Titel „Otto Bock: Verantwortung für die Zukunft“ erläuterte, wie der Weltmarktführer der Orthopädietechnik mit dem Thema umgeht.

„Der Ideencampus hat sich mittlerweile als besonders wirksames Veranstaltungsformat für Schülergruppen bewährt. Mit ihm gelingt es, den Gedanken des Entrepreneurships schon sehr frühzeitig zu platzieren. Die Schüler ergreifen Initiative und versetzen qualifiziert eigene, kreative Ideen in Bewegung, was uns sehr erfreut“, resümierte Vollmar.

Auftakt mit Life-Coaching
Vorangegangen war dem diesjährigen Ideencampus eine Auftaktveranstaltung im August mit über 1.100 Schülern und Lehrern in der Göttinger Stadthalle. „Der positive Unterschied“ hieß der Vortrag des bundesweit bekannten Persönlichkeitstrainers und Life-Coaches Christian Bischoff. „Was will ich wirklich“ und „Folge deinem Herzen“, diese beiden Botschaften stellte der Referent ins Zentrum seines Vortrags. Dafür, dass diese Sätze nicht nur Plattitüden bleiben, sorgte Bischoff mit zahlreichen konkreten und im Alltag umsetzbaren Beispielen und Vorschlägen. Am Ende hatte der 40-Jährige vielen Besuchern aufgezeigt, wie sie mit einfachen, aber konsequent und dauerhaft in den Tagesablauf eingebauten Aktivität en, Übungen, Gedanken und Worten ihr Selbstwertgefühl aufbauen, Ziele definieren und Wege erfolgreich beschreiten können.