Auswärtssieg in der Festung Oberfrankenhalle

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Am Freitag, den 13. März 2015, eröffnete die BG Göttingen bei medi bayreuth den 26. Spieltag der laufenden Beko BBL-Saison. In der Oberfrankenhalle wollte das Team von Johan Roijakkers an die starke Leistung aus dem letzten Heimspiel gegen ALBA BERLIN anknüpfen.

In die Partie starteten die Göttinger mit Routinier Khalid El-Amin, Acha Njei, dem aktuell stärksten Veilchen Alex Ruoff und den Power Forwards Harper Kamp und Raymar Morgan. Mit viel Energie gingen beide Mannschaften in die Partie. Ein offener Schlagabtausch, den die Gastgeber nach gut vier Minuten in ihrer Richtung entschieden, beherrschte das erste Viertel. In der Defensive ließen die Göttinger erneut zu viele einfache Punkte zu und verschafften dem Team von Mike Koch eine zu hohe Wurfquote aus dem Feld. Im Gegensatz fehlte den Veilchen das Wurfglück aus der Ferndistanz. Mit einem 24:18-Viertelstand versprach die Partie ein Offensivspektakel zu werden, doch da hatten die Basketballzuschauer eine Rechnung ohne Johan Roijakkers gemacht. In der kurzen Pause justierte der Niederländer in der Defense nach und dies zeigte in den zweiten zehn Minuten Wirkung. Nur acht Punkte ließen die Göttinger zu und erzielten nach ebenfalls schwachem Beginn 18 Punkte. Nach 18 Minuten fiel nun endlich der erste Dreier. Dominik Spohr versenkte im zehnten Versuch der Veilchen den ersten Wurf aus der Ferndistanz und löste bei seinen Teamkollegen ebenfalls den Knoten. Robert Kulawick und Jamal Boykin legten direkt nach und brachten die Veilchen mit Treffern von jenseits der 6,75-m-Linie zu einer 32:36- Halbzeitführung.

Nach der Halbzeit fanden die Gastgeber aus Bayreuth wieder besser ins Spiel. Über Javon McCrea, der die Zone kontrollierte und Je’Kel Foster aus der Ferndistanz verschaffte sich medi bayreuth erneut ein kleines Polster. Doch ein Göttinger wollte sich heute beweisen. Harper Kamp hielt sein Team immer wieder im Spiel und auch andere übernahmen Verantwortung. Dominik Bahiense de Mello konnte mit seinem And-One wichtige Punkte erzielen und auch Jamal Boykin bekam in der Partie gegen die Oberfranken wieder mehr Einsatzzeit von seinem Head Coach. Die Göttinger blieben auch nach dreißig Minuten mit vier Punkten in Führung. Mit 53:57 ging es in die letzten zehn Minuten, die am Ende Spannung pur boten. Es dauerte ganze drei Minuten bis Javon McCrea, der Topscorer des Abends, die ersten Punkte erzielte. Im direkten Gegenzug übernahm dann Alex Ruoff Verantwortung. Trotz wenig Wurfglück in den ersten drei Vierteln zog er entschlossen zum Korb, markierte so seine Punkte drei und vier und legte im nächsten Angriff nach. Knapp vier Minuten vor Spielende setzte die Kombination Ruoff auf Kamp einen starken Lauf der Göttinger die Krone auf und ließ medi bayreuth-Coach Mike Koch keine andere Wahl, als eine Auszeit zu nehmen. Diese trug ihre Früchte und die Gastgeber kamen noch einmal gefährlich nahe. Khalid El-Amin hielt mit seinem Korbleger 70 Sekunden vor dem Schluss die Bayreuther auf Abstand. Doch Javon McCrea und Ronald Burrell konnten anschließend ausgleichen. Der Ball und die Entscheidung lagen nun bei den Veilchen. Für den letzten Angriff verblieb den Göttingern 21 Sekunden. Khalid El-Amin ließ die Uhr runterlaufen und fand den freien Mann unter dem Korb. Raymar Morgan legte den Ball in der Zone in den Korb und zog das Foul durch Javon McCrea. 1,9 Sekunden auf der Uhr und zwei Punkte in Führung verwarf der Power Forward den Freiwurf zum And-One und sicherte den Göttingern so den siebten Sieg auf fremdem Parkett.

Mit dem zwölften Sieg machen die Göttinger einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt und legen mit dem 69:71 eine positive Auswärtsbilanz von 7:6 aufs Parkett. Am kommenden Sonntag, 22. März 2015 geht es für die Göttinger zu Hause in der Sparkassen Arena gegen den amtierenden Meister weiter. Die letzten Karten für das Heimspiel gehen am kommenden Dienstag, 17. März 2015 um 10 Uhr in den freien Verkauf.

Johan Roijakkers (Head Coach BG Göttingen):

„Das war ein wichtiger Sieg zum Klassenerhalt. Es war nicht einfach, hier zu spielen. Am Anfang war unsere Verteidigung nicht gut genug, aber wir haben das sehr stark verbessert. Wir haben viele offene Dreier kreiert aber nicht gut getroffen. Dennoch haben wir einen Weg gefunden, um das Spiel zu gewinnen. Am Ende haben Raymar Morgen und Khalid El-Amin das Spiel gemacht.”

Michael Koch (Head Coach medi bayreuth):

„Glückwunsch an Johan und die BG zum Sieg heute. Ich fasse es ganz kurz zusammen: Wir sind zu dumm, als Mannschaft so ein enges Spiel zu gewinnen. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat man sagen können, dass da ein paar unglückliche Sachen dabei waren, heute war es eindeutig. In der entscheidenden Phase haben wir wieder die Fehler gemacht, die wir in der Woche versucht haben, abzustellen. Es ist immer wieder das gleiche Drama bei uns. Göttingen macht nur vier von 22 Dreiern, aber 64 Prozent von Inside. Das ist etwas, was wir in den letzten Spielen regelmäßig zugelassen haben, wir haben es wieder nicht stoppen können. Wir haben am Ende zu viele Fouls nicht clever genutzt, haben einfache Körbe zugelassen, nicht geholfen. Wenn man solche Spiele gewinnen will muss man cleverer sein und smarter sein. Das sind wir leider nicht. In der Liga ist es sehr eng, wir haben nur drei Spiele Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Das ist keine Sicherheit! Und das haben wir schon nach den letzten beiden Auswärtsniederlagen ganz klar angesprochen.“

Spielerstatistiken

Kulawick (3 Punkte/ 2 Assists), Ruoff (6/ 3 Rebounds/ 6 Assists), Morgan (15/4), Spohr (3), Onwuegbuzie (-), Godbold (3/8), Bahiense de Mello (3/2/1), Kamp (16/6), Njei (-/1), El-Amin (10/2/2), Boykin (12/1)