Ausreden als wirkungsvolles Managementinstrument?

Text von: redaktion

Wenn es nach Buchautor Roland Leonhardt ginge, würden Ausreden nicht länger ein abtrünniges Dasein fristen. In seinem Buch “Gelungene Ausreden fürs Business“ hat er praxiserprobte Ausflüchte zusammengestellt. Dazu stellt er sich im Interview.

Jeder kommt mal in die Situation, eine Ausrede parat haben zu müssen. Manager noch viel mehr, schließlich läuft im Business-Alltag nicht immer alles glatt. Ein Interview mit dem Cornelsen-Autor.

Sind geschickte „Herausreder“ die erfolgreicheren Menschen?

Leonhardt: Nicht immer, aber geschickte „Herausreder“ haben es im Leben leichter. Sie bleiben nirgendwo stecken und kommen immer gut voran. Im Grunde sind es Optimisten. Ausflüchte sind Mittel zum Zweck und taktisches Hilfsmittel zugleich. Um Ausreden sollte man nie verlegen sein.

Haben Sie schon einmal mit einer Ausrede auf Zeit gespielt?

Leonhardt: Schon mehrmals. Allein der Zeitvorsprung, den man dadurch gewinnt, macht die einfallsreiche (nicht falsche) Ausrede zum wirkungsvollen Managementinstrument. Ein guter Vorwand hat Überbrückungsfunktion, kann kritische Situationen entschärfen und für eine kleine Atempause sorgen.

Wurde Ihre Ausrede als solche entlarvt?

Leonhardt: Nein. Denn Ausreden, die ihren Zweck erfüllen und zu einem Ergebnis führen, werden selten hinterfragt. Es ist an der Zeit, die Ausrede zu rehabilitieren und sie als durchaus wirkungsvolles Mittel der Rhetorik anzuwenden.

Geht es nicht darum, dazu zu stehen, was man tut?

Leonhardt: Unbedingt. Indem man sich offen, aber flexibel zeigt. Wichtig ist, dass man glaubhaft bleibt. Auf Lügen und billige Tricks sollte man deshalb verzichten.

Das Buch „Gelungene Ausreden fürs Business – Kommentierte Anekdoten für jede Lebenslage“ von Roland Leonhardt ist im Cornelsen Verlag Scriptor 2009 erschienen und kostet 14,95 Euro.