Ausbildungsreife erfordert Engagement

© Dirk Spenn
Text von: redaktion

Vorschläge zur Lösung brennender Probleme auf dem Ausbildungsstellenmarkt prägten die sechste Bildungskonferenz der Bildungsregion Göttingen, an der mehr als 160 Gäste im Dezember 2009 bei der Firma ContiTech in Northeim teilnahmen.

Der fehlende Rückhalt in der Familie, die unzureichende Ausbildungsmotivation von Jugendlichen und geringe Kenntnisse über die Arbeitswelt beeinträchtigen nach Einschätzung von Verena Eberhard vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIB, Bonn) die Ausbildungsreife vieler Jugendlicher.

Nachdrücklich plädierte die Arbeitsmarktexpertin für ein stärkeres Engagement aller Beteiligten:

Die Betriebe sollten Kontakt zu den Schulen suchen und bei der Bewerberauswahl stärker auf das Entwicklungspotenzial junger Leute achten.

Die Eltern müssten die Berufswahlproblematik rechtzeitig thematisieren und positive Vorbilder sein.

Lehrer sollten sich im Hinblick auf die Anforderungen der Berufswelt fortbilden, die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen stärken und damit die Ausbildungsreife unterstützen.

Und die Jugendlichen selbst sollten Verantwortung für ihr Leben übernehmen, ihre Kompetenzen realistisch einschätzen und möglichst schon während ihrer Schulzeit Kontakt zur Berufswelt knüpfen.

Das im Rahmen der „Bildungsregion Göttingen“ vom Regionalverband Südniedersachsen und seinen Partnern entwickelte Konzept „SchulBetrieb“, das der Systematisierung von Kontakten zwischen Schulen und Unternehmen dient, berücksichtigt nach Meinung der Referentin wesentliche Aspekte moderner Berufswahlorientierung.

Heiko Eymer, Geschäftsführer ContiTech Elastomer Coatings, erklärte: „Die Bemühungen der Bildungsregion Göttingen fallen bei uns auf fruchtbaren Boden, denn als international tätiges Unternehmen und größter Industriearbeitgeber in Südniedersachsen brauchen wir gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter.“

Für ContiTech sei es wichtig, motivierte und selbstständig denkende Jugendliche zu bekommen. Darum habe er die Konferenz gerne unterstützt.

Northeims Landrat Michael Wickmann lobte Strategie des Regionalverbandes Südniedersachsen, durch die Ausrichtung von Bildungskonferenzen zentrale Handlungsfelder des Übergangs von einem Bildungssektor in den anderen zu beleuchten und für die Lösung wichtiger Probleme konkrete Hinweise zu geben.