Auf der Suche nach dem perfekten Material

Text von: redaktion

Rund 250 Experten treffen sich bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Biomaterialien vom 18. bis 20. November 2010 in Heilbad Heiligenstadt. Insbesondere die Schnittstelle zwischen Körper und Implantat steht mit dem Kongressthema “Gewebeersatz / Geweberegeneration: Von der Grenzfläche zum Biointerface“ im Fokus der Wissenschaftler.

Sind Gelenke durch Abnutzung oder Unfälle nicht mehr funktionsfähig, so werden sie meist mit Implantaten ersetzt. Mit der jährlichen Einsetzung von circa 213.000 künstlichen Hüft- und 159.000 künstlichen Kniegelenken allein in Deutschland zählen diese Eingriffe zu den häufigsten Operationen überhaupt.

Doch welches Material ersetzt das funktionsuntüchtige Körperteil möglichst umfassend und langfristig? Diese Frage stellt sich nicht nur bei durch Arthrose geschädigten Gelenken, sondern beispielsweise auch beim Ersatz von Knochen nach einer Fraktur oder bei der Therapie von Knochentumoren, bei Blutgefäßprothesen, künstlichen Herzklappen, Herzschrittmachern, künstlichen Harnblasen sowie im Bereich der plastischen und ästhetischen Chirurgie bei der Gesichtsrekonstruktion oder dem Brustaufbau.

Das Hauptthema des Kongresses „Gewebeersatz/Geweberegeneration: Von der Grenzfläche zum Biointerface“, greift dabei die Untersuchung auf molekularer Ebene auf: ob ein Implantat im klinischen Alltag problemlos einsetzbar ist oder ob es eventuell durch drohende Infektionen oder toxische Reaktionen des Körpers unverträglich sein könnte.

Insbesondere die Grenzschichten und Wechselwirkungen zwischen den Zellen des Körpergewebes und des Blutes und dem entsprechenden medizintechnischen Material werden im Fokus des Interesses stehen.

„Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass es sehr viel versprechende Ansätze gibt, gewebeanaloge Werkstoffe zu entwickeln, die Fremdkörperreaktionen nahezu vollständig unterdrücken““, so der Tagungspräsident und Leiter des Fachbereichs Biowerkstoffe am Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V. (iba) in Heilbad Heiligenstadt, Professor Klaus Liefeith.

„In Zukunft könnte es möglich sein, dass defekte Gewebe mit Unterstützung der Biomaterialforschung im Körper vollkommen regeneriert werden können und künstliche Gelenke ein Leben lang halten.“