Arbeitslosigkeit sinkt deutlicher als saisonal üblich

Text von: redaktion

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Göttingen erneut gesunken. Wie die Agentur für Arbeit Göttingen mitteilte, waren im Mai im 18.444 Menschen arbeitslos, das entspricht einem Rückgang von 6 Prozent. Erfreulich sei auch der Anstieg der Stellenangebote.

Im Vergleich zum Mai 2009 wies die Statistik sogar 2.581 bzw.12,3 Prozent weniger Arbeitslose aus. Deutlich war auch der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit.

Von der Agentur für Arbeit werden 30,9 Prozent der Arbeitslosen betreut, für 69,1 Prozent liegt die Zuständigkeit bei den Trägern der Grundsicherung für Arbeitsuchende, den kommunalen Jobcentern der Landkreise Göttingen und Osterode am Harz bzw. der Sozialagentur Northeim.

Der Rückgang der Arbeitslosenzahl im Mai entspricht grundsätzlich der saisonüblichen Entwicklung, fiel in der vorliegenden Höhe allerdings wesentlich deutlicher aus als im Krisenjahres 2009: Im Vergleich zum April sank die Zahl der Arbeitslosen um 1.178 bzw. 6,0 Prozent auf 18.444.

Besonders deutlich fiel der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat aus. Gegenüber Mai 2009 sank die Zahl der Arbeitslosen um 2.581 bzw. 12,3 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt kommt langsam wieder in Bewegung, obwohl die Wirtschaftskrise vielen Betrieben nach wie vor zu schaffen macht“, bewertete Klaus D. Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, die Entwicklung.

Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt lässt sich besonders gut erkennen, wenn man genauer die Zugänge in und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit betrachtet. Im Mai wurden im Agenturbezirk Göttingen 3.884 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 4.921 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Bei den Betrieben der Region stellt sich die Situation unterschiedlich dar

Auf der einen Seite gibt es nach wie vor zahlreiche Firmen, die noch nicht vom zarten wirtschaftlichen Aufschwung profitieren konnten und sich weiterhin in Kurzarbeit befinden. Die aktuellsten Zahlen vom März zur Inanspruchnahme des konjunkturellen Kurzarbeitergeldes zeigen, dass immerhin 365 Betriebe mit 4.664 Mitarbeitern zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder ausgelastet waren.

Auch im April gingen weitere Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit ein. Auf der anderen Seite stehen Neu- und Wiedereinstellungen und eine steigende Zahl von Stellen, die zur Besetzung gemeldet wurden.

Ein Teil der Betriebe ist positiv von der leichten Belebung der Wirtschaft betroffen oder profitiert von Aufträgen aus Mitteln des Konjunkturpaketes. Handwerk und Teile des verarbeitenden Gewerbes suchen Mitarbeiter.

Insbesondere die Zeitarbeitsbranche, die als Frühindikator für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gilt, meldete Bedarfe.

Insgesamt stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellenofferten um 26 bzw. 3,4 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 327 bzw. 70,2 Prozent. Derzeit umfasst das Angebot der Agentur für Arbeit 1.783 ungeförderte Stellenofferten, davon 1.426 sozialversicherungspflichtig.

Gute Chancen haben aktuell insbesondere Bewerberinnen und Bewerber in den Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen, Köche, Mitarbeiter für den Verkauf, Schlosser, Mechaniker und zugeordnete Berufe sowie Elektroinstallateure.

Entwicklung der Arbeitslosenzahlen nach Geschäftsstellen und Landkreisen

In allen Geschäftsstellenbezirken der Agentur für Arbeit Göttingen ging die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich sowohl zum Vorjahresmonat als auch zum April zurück. Hier die einzelnen Arbeitslosenquoten (Zahlen des Vormonats in Klammern):

  • Uslar 7,2 Prozent – ein Rückgang von 26,8 Prozent gegenüber des Vormonats (9,7)
  • Osterode am Harz 10,7 Prozent – mit 5,9 Prozent geringster Rückgang (11,3)
  • Duderstadt 6,2 Prozent (7,2) – niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk
  • Hann. Münden und Northeim 7,1 Prozent (7,8 bzw. 8,2)
  • Hauptagentur Göttingen 8,4 Prozent (9,5)
  • Einbeck 9,0 Prozent (10,7)
  • Osterode am Harz bei 10,7 Prozent (11,3).

Auch auf Kreisebene ist in allen drei Landkreisen eine positive Entwicklung festzustellen. Im Mai sank die Zahl der Arbeitslosen sowohl im Vergleich zum April als auch zum Vorjahresmonat.

Die niedrigste Arbeitslosenquote wies der Landkreis Northeim auf. Hier waren im Mai 5.290 Menschen arbeitslos, was einer Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent entspricht.

Im Landkreis Göttingen waren 9.851 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, was einer Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent entspricht.

Der Landkreis Osterode am Harz wies im Mai eine Arbeitslosenquote von 10,7 Prozent auf, 4.072 Menschen waren hier arbeitslos gemeldet.

Bei der Agentur für Arbeit Göttingen gingen im April insgesamt 25 Anzeigen (März: 30) über konjunkturell bedingtes Kurzarbeitergeld für 340 Personen (März: 272) von Betrieben bzw. einzelnen Betriebsabteilungen (dadurch teilweise Mehrfachnennungen eines Betriebes) ein.

Weiterhin ist die Arbeitsmarktsituation in Südniedersachsen (Agenturbezirk Göttingen) mit einer Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent (April: 8,7) ungünstiger als im Bundesland Niedersachsen mit einer Quote von 7,4 Prozent (April: 7,8).

Die Arbeitslosenquote sank auch in den niedersächsischen Nachbaragenturen, lag im Mai jedoch über der Arbeitslosenquote des Agenturbezirkes Göttingen. Im Agenturbezirk Nordhausen, der auf thüringischer Seite an den Agenturbezirk Göttingen angrenzt, lag die Quote im Mai bei 10,9 Prozent (April: 11,9). Der hessische Nachbarbezirk im Süden, die Agentur für Arbeit Kassel, meldete eine Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent (April: 7,4).