Arbeits- und Ausbildungsmarkt 2013/2014

Text von: redaktion

Rückblick und Ausblick auf den Arbeits-und Ausbildungsmarkt in Südniedersachsen 2013/2014.

Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt 2012/2013 im Agenturbezirk Göttingen: Der Ausgleich am Ausbildungsmarkt wird die Akteure in der Region – das zeigten die Zahlen 2013 deutlich – vor Herausforderungen stellen. Lorenz Böning, Teamleiter der Berufsberatung der Göttinger Arbeitsagentur, stellte die Zahlen für das Berufsberatungsjahr 2012/2013 vor. Danach waren 3.793 junge Menschen als Ausbildungsplatzbewerber bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur und den Jobcentern gemeldet.

Zum 30. September hatten 231 von ihnen weder eine Lehrstelle noch eine andere Alternative gefunden. Auf der anderen Seite stellten Arbeitgeber 2.679 gemeldete Ausbildungsplätze zur Verfügung, von denen 160 nicht besetzt werden konnten.

„Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt wird eigentlich erst so richtig deutlich, wenn man sich die Zahl der 2013 abgeschlossenen Ausbildungsverträge betrachtet. Die Zahl ist erneut deutlich zurückgegangen.“ Das Bundesinstitut für Berufsbildung, so Böning weiter, habe in seiner Erhebung für den Agenturbezirk Göttingen lediglich 2.517 neue Lehrverhältnisse ermittelt. Nach dem Rückgang im letzten Jahr um rund 200 Ausbildungsverträge, der auch auf die hohe Zahl der Lehrverträge im Zuge des doppelten Abiturjahrgangs in Niedersachsen zurückzuführen war, sank die Zahl 2013 erneut um knapp 300 Verträge.

Wir haben im Agenturbezirk einen extrem hohen Anteil an Abiturientinnen und Abiturienten, die eine hohe Studierneigung haben. Doch die Zahlen belegen eindrucksvoll, wie wichtig die Bemühungen um jeden einzelnen Jugendlichen sind, ihm eine Ausbildung zu ermöglichen, wenn wir Fachkräfte für die Region gewin-nen wollen.“

Agenturchef Gläser erwartet für 2014 am südniedersächsischen Arbeitsmarkt eine weiterhin verhaltene Entwicklung. „Wir rechnen aufgrund der Rückmeldungen der Kammern und Verbände bis Mitte 2014 mit einem leichten Beschäftigungsplus. Dabei dürfte besonders hoher Bedarf im Bereich der Alten- und Pflegeheime entstehen, aber auch im Gesundheitswesen ist mit neuen Arbeitsplätzen zu rechnen.“ Auch im Lagerbereich rechne man mit neuen Arbeitsplätzen, wohingegen im Handel mit einem leichten Beschäftigungsrückgang zu rechnen sei, ebenso wie bei den Kfz-Zulieferbetrieben und in der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen.

Auch im Bereich der Personaldienstleister könnte die Beschäftigtenzahl nach unten gehen. „Ein Blick in meine Glaskugel sagt mir, dass der Arbeitsmarkt der Zukunft der Arbeitsmarkt der Fachkräfte sein wird“, zog der Agenturchef abschließende Bilanz. Wir werden daher insbesondere Schwerpunkte auf die berufsabschlussorientierte Qualifizierung von Arbeitslosen und auch von Beschäftigten setzen. Dabei wird unser Augenmerk natürlich auf den Branchen und Berufen liegen, die in unserer Region konkrete Bedarfe haben oder erwarten lassen.

Wir werden uns weiterhin bemühen, die vorhanden Potenziale an Arbeitskräften zu erschließen – ich denke da insbesondere an die Gruppe der Berufsrückkehrerinnen, die wir beim Wiedereinstieg gerne unterstützen möchten. Und wir arbeiten daran, junge Menschen beim Übergang Schule – Beruf noch besser zu unterstützen.“ Hier werde die Arbeitsagentur mit neuen und erweiterten Angeboten neue Ansätze versuchen, um insbesondere Jugendliche, die ihre Talente nicht unbedingt im schulischen Bereich hätten, zu fördern.