„An apple a day …

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Text von: redaktion

… keeps the doctor away“ - der Zusammenhang von ungesunder Lebensweise, wenig Bewegung, Übergewicht und Folgeerkrankungen ist keine neue Erkenntnis. Glücklicherweise liegt die Selbstbestimmung beim Thema Gesundheitsvorsorge in unseren eigenen Händen.

Mal ein Krachen im Rücken, ein fiependes Geräusch im Ohr, ein stechender Schmerz im Knie, Sodbrennen oder eben diese paar Kilo zu viel auf der Waage – doch die meisten Menschen nehmen die Zeichen ihres Körpers nicht ernst. ‚Das vergeht schon wieder‘, denken wir, und oft funktioniert das scheinbar auch. Doch was, wenn dann plötzlich doch etwas Schlimmes passiert? Eine harmlose Erkältung, Blutbild beim Hausarzt, auffällige Werte, Überweisung zum Facharzt – Diagnose Krebs? Hätte das nicht anders verlaufen können?

Sicher, denn Vorsorge kann Leben retten. Je eher eine Krankheit erkannt wird, umso effektiver kann diese behandelt werden. Ein regelmäßiger ärztlicher Check-up ist also eine sinnvolle Möglichkeit, um vorzusorgen. Es gilt die Devise ‚Vorsorge ist besser als Nachsicht‘. Insbesondere beim Thema Krebs ist Früherkennung lebensrettend. 450.000 Männer und Frauen sind jährlich mit einer Erstdiagnose betroffen. Allerdings sind die Heilungschancen bei vielen Krebsarten inzwischen sehr gut – zumindest, wenn das Problem früh erkannt und behandelt wird. Bei Darm- und Gebärmutterhalskrebs besteht im Frühstadium eine fast hundertprozentige Heilungschance. Und so zielen die meisten der Vorsorgeuntersuchungen auf genau dieses Thema ab: Krebs.

Für Frauen beginnt der Vorsorgemarathon bereits mit 20 Jahren. Eine jährliche gynäkologische Krebsvorsorge ist sinnvoll, um tückische Arten wie Gebärmutterhalskrebs und auch Brustkrebs so früh wie möglich zu erkennen. Bei Männern steigt das Risiko erst mit circa 45 Jahren – Prostata und Co sollten dann regelmäßig untersucht werden. Ab 50 Jahren steigt das Darmkrebsrisiko, das entsprechend engmaschig überwacht werden sollte. Außerdem wichtig: regelmäßige Zahnvorsorge von Kindesbeinen an und der so genannte Check-up beim Hausarzt, der der Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Nierenerkrankungen dient. Außerdem gehört ein Hautkrebsscreening mit dazu. Dieser Rundum-Check empfiehlt sich ab einem Alter von 35 Jahren. Für besonders Gesundheitsbewusste sind übrigens auch zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen möglich. Diese werden über Privatrechnungen bezahlt und zählen zu den eigenverantwortlichen Präventionsleistungen. Nierenerkrankungen können auf diesem Weg beispielsweise frühzeitig erkannt werden, ebenso das Risiko, an Osteoporose oder Arteriosklerose zu erkranken.

Trotz des vielfältigen Angebotes werden die Untersuchungen nicht von allen Versicherten genutzt. Viele gehen nur hin und wieder zum Arzt, einige einfach überhaupt nicht – getreu dem Motto ‚Wenn ich nicht krank bin, muss ich da auch nicht hin‘. Und das ist auch eigentlich der richtige Grundgedanke. Nicht, dass man nicht zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen sollte – aber echte Prävention sieht anders aus. Die ärztlichen Checks beziehen sich häufig auf schon angerichteten Schaden. Früherkennung bedeutet meistens, dass der Patient bereits erkrankt ist oder dass zumindest ein ernstzunehmendes Risiko besteht. Dieses Risiko zu minimieren und selbst tätig zu werden ist die Basis eines gesunden Lebens.

Die häufigste Todesursache deutschlandweit sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Ranking der weitverbreitetsten Volkskrankheiten führt aktuell der Bluthochdruck an. Dabei ist es relativ einfach, diese Begleiterscheinungen der modernen Zivilisation in Schach zu halten. Eine gesunde Lebensweise und Ernährung genügen in der Regel, um vorzubeugen – Prävention in Reinform.

Experten empfehlen Sport, Gemüse und Stressabstinenz. Das klingt so einfach, lässt sich im schnelllebigen Alltag allerdings häufig nicht umsetzen. Kurze Pausen, schnell zur Pommesbude mit den Kollegen, jede Menge Kaffee und zur Entspannung die Zigarette im Hof. So sieht der Alltag in vielen Firmen aus. Wo ist nur die gute alte Stulle geblieben, der Pausenapfel und die Thermoskanne mit Tee? Und vielleicht lieber mal die Treppe nehmen, statt mit dem Aufzug zu fahren? Denn das allein könnte schon helfen.

Häufig beginnt es mit etwas Übergewicht – inzwischen übrigens weltweit ein Thema mit stetig wachsender Brisanz. Je dicker, destogrößer die Wahrscheinlichkeit von Folgeerkrankungen eingeholt zu werden. Diabetes, Herzprobleme, Atemnot, Rückenleiden und Stoffwechselstörungen treten besonders häufig auf. Die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1/2008- 2011) zeigt mit aktuellen Forschungsergebnissen: 67,1 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen in Deutschland sind übergewichtig. Eine besonders deutliche Zunahme der Fettleibigkeit zeigt sich bei jungen Erwachsenen. Übermäßiger Konsum von ungesättigten Fetten, Transfettsäuren, Zucker, Salz und zu wenig Bewegung sind daran schuld.

Dass sich Fitness positiv auf die Gesundheit auswirkt, ist bekannt. Dennoch treibt nur ein Viertel der Deutschen regelmäßig Sport – von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird mindestens eine halbe Stunde Bewegung täglich empfohlen. Schon ein Spaziergang verbessert die Blutzuckerwerte und natürlich auch die Stimmung. Viele Krankenkassen unterstützen inzwischen die Bewegungsfreude ihrer Mitglieder. So wird der Besuch im Partner-Fitnessstudio zu vergünstigten Konditionen angeboten oder ein Bonus gezahlt, wenn Sportkurse regelmäßig und nachweislich besucht werden. Detaillierte Informationen dazu bieten bereits die meisten Krankenkassen an.

Auch die meisten Arbeitgeber haben längst erkannt, wie wichtig gesunde Mitarbeiter für die Wirtschaft sind. Größere Unternehmen bieten inzwischen Gesundheitskurse, Sportangebote und Workshops an, einige zahlen sogar anteilig die Kosten für ein Fitnessstudio. Die meisten Inhouse-Angebote der Firmen hingegen sind eher mäßig frequentiert, Studios sind wesentlich beliebter. Insgesamt ist jedoch die Wahrnehmung beider Angebote eher schlecht. In manchen Betrieben nehmen weniger als zehn Prozent der Belegschaft an solchen Angeboten teil – denn die Mehrheit der Deutschen ist schlichtweg faul.

Es gibt eine Menge Möglichkeiten, um sich selbst gesund und fit zu halten. Obwohl die Bewegungsmuffel die Mehrheit bilden und damit einhergehend viele – auch unnötige – Krankheiten auf dem Vormarsch sind, fühlen sich jedoch die meisten Deutschen gesund. Besonders die höheren Altersgruppen bestätigen ein gesteigertes Wohlbefinden im Alltag (DEGS1). Unterschiede gibt es allerdings bei der Betrachtung der jeweiligen Lebensumstände: je niedriger der Status, desto schlechter der subjektive und auch reale Gesundheitszustand.

Nach wie vor völlig unterschätzt werden psychische Krankheiten. Experten schätzen, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen oder affektive Störungen zur zweithäufigsten Volkskrankheit avancieren werden. Schon heute geht rund die Hälfte der gemeldeten Arbeitsunfähigkeiten auf das Konto einer angeknacksten Psyche – besonders häufig sind Burn-out und Depressionen. Und so beginnt ein Teufelskreis: Ist der Geist erst krank, wird der Körper schnell folgen. Bei Patienten sinkt die Leistungsfähigkeit enorm, es kommt zu körperlichen Beschwerden, Appetitverlust, Schlafstörungen, Lustlosigkeit und Trauer. Umgekehrt bedeutet dies: In einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist.

Unternehmungen, Sport, Hobbys und soziale Kontakte schützen in der Regel vor trüben Phasen, sodass die Widerstandskraft bei Belastungen wächst. Wichtig bei allem, was man macht, ist allerdings vor allem eins: Nur die Dinge, die sich gut anfühlen und Spaß machen, sind auch gut für die Seele.

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