Alzheimerforscher ausgezeichnet

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Text von: redaktion

Oliver Wirths, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen, wurde für seine Arbeiten zur Alzheimerkrankheit mit dem European Neuroscience Prize der italienischen Fondazione Gino Galletti ausgezeichnet.

Bei Alzheimer kommt es im Gehirn zu Eiweißablagerungen, sogenannte Plaques sammeln sich an. Diese Plaques bestehen aus schädlichen Abeta-Peptden. Darü- ber hinaus kommt es auch innerhalb von Nervenzellen zu Ansammlungen dieser giftigen Peptide. In Tiermodellen konnte Wirths zusammen mit seinem Team einen direkten Zusammenhang zwischen diesen intrazellulären Ansammlungen und dem Untergang von Nervenzellen nachweisen.

Mittels eines neu entwickelten Antikörpers, der nicht auf die typischen Plaque-Ablagerungen abzielt, konnten im Tiermodell gute therapeutische Erfolge erzielt werden. Das Lernverhalten der Tiere hat sich dadurch stabilisiert. Die Forschungsergebnisse sollen dabei helfen, das Risiko für Alzheimer frühzeitig zu erkennen, um die Krankheit bereits im frühen Stadium mit wenig Nervenzellschädigungen behandeln zu können.

Zur Person

Oliver Wirths hat an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms Universität Bonn Biologie studiert und wurde dort promoviert. Seit 2003 ist er als wissenschaftlicher Assistent in der Arbeitsgruppe Molekulare Psychiatrie tätig. Von 2003 bis 2006 an der Klinik für Psychiatrie der Universität des Saarlandes, seit 2006 in der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Göttingen. Seine Forschungsinteressen auf dem Gebiet der Demenzerkrankungen gelten der Entwicklung und Charakterisierung von Mausmodellen für die Alzheimer-Demenz. Weitere Schwerpunkte umfassen die Entwicklung innovativer Antikörper für Diagnostik und Therapie der Alzheimer-Demenz, sowie Mechanismen der Degeneration der Nervenfasern.

European Neuroscience Prize

Der European Neuroscience Prize der italienischen Fondazione Gino Galletti wird alle zwei Jahre vergeben. Er würdigt herausragende Forschungsarbeiten junger Wissenschaftler auf dem Gebiet der neurodegenerativen Erkrankungen und Demenzen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Im Mittelpunkt der ausgezeichneten Arbeiten 2011 stehen frühe Hirnveränderungen in Mausmodellen der Alzheimer-Krankheit und deren Bedeutung für den Untergang von Nervenzellen sowie die Entwicklung moderner immuntherapeutischer Verfahren mittels neuer Antikörper.