Albrecht von Haller-Medaille für Ordinarius der Allgemeinchirurgie

Text von: redaktion

Medizinische Fakultät verlieh am Mittwoch, 5. Oktober 2011, ihre höchste Auszeichnung an Prof. Dr. Hans-Jürgen Peiper, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls Chirurgie und Direktor der Abteilung Allgemeinchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen.

„Können, Erfahrung, Selbstbeherrschung, Mut und ein hohes Maß an Humanität – diese Dinge zeichnen einen guten Chirurgen aus“, so Prof. Dr. Hans-Jürgen Peiper.

Von 1969 bis 1994 war er Inhaber des Lehrstuhls Chirurgie und Direktor der Abteilung Allgemeinchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen an der Georg-August-Universität Göttingen. Dafür ehrte ihn die Medizinische Fakultät Göttingen mit ihrer höchsten Auszeichnung: der Albrecht von Haller-Medaille.

Verliehen wurde sie ihm in Anerkennung und Würdigung seiner besonderen Verdienste um das Ansehen der Göttinger Chirurgie, seiner aktiven Bewusstmachung ihrer großen Tradition und seines Wirkens als Hochschullehrer der Medizinischen Fakultät Göttingen. Die feierliche Verleihung der Albrecht von Haller-Medaille fand statt am Mittwoch, dem 5. Oktober 2011, um 16:00 Uhr in der Aula der Georg-August-Universität Göttingen am Wilhelmsplatz.

Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne

Die chirurgische Tradition zu bewahren und dabei Neuerungen immer offen zu bleiben, dieser Brückenschlag ist kennzeichnend für die Arbeitsweise Professor Peipers in der Abteilung Allgemeinchirurgie.

Vor allem die minimal-invasive Chirurgie hat er in 25 Jahren maßgeblich vorangetrieben. Er etablierte die zur damaligen Zeit fortschrittlichen Verfah-ren der Endoskopie, der Laparoskopie und der Sonographie. Außerdem wurden auf dem Gebiet der Transplantationschirurgie unter seiner Führung die Voraussetzungen für Leber- und Bauchspeicheldrüsentransplantationen geschaffen. Bereits in seiner Ausbildung galt sein wissenschaftliches Interesse der Chirurgie der Gallenwege, vor allem der Bauchspeicheldrüse und des Magen-Darm-Traktes.

Auch die endokrine Chirurgie zählte zu seinem Spezialgebiet. Zusammen mit dem Internisten Prof. Dr. Werner Creuzfeldt, ehemaliger Direktor der Abteilung Gastroenterologie und Endokrinologie der UMG, hat Prof. Peiper zahlreiche Arbeiten veröffentlicht, die sowohl national als auch international großes Interesse hervorriefen.

Prof. Dr. Hans-Jürgen Peiper wurde am 2. Dezember 1925 in Frankfurt am Main geboren. 1944 begann er in Berlin das Medizinstudium und setzte es, nach einjähriger amerikanischer und französischer Kriegsgefangenschaft, in Mainz fort. 1952 wurde er an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz promoviert. Im Doktor-Hilton-S.-Read-Programm in den Vereinigten Staaten absolvierte er die amerikanische Medizinalassistentenausbildung. Seine praktische Weiterbildung hat er an der Chirurgischen Universitätsklinik Marburg bei Professor Dr. Rudolf Zenker durchlaufen und anschließend in Köln gearbeitet.

Im Jahre 1969 ist er dem Ruf an die Universitätsmedizin Göttingen als ordentlicher Professor für Chirurgie gefolgt und wurde zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Allgemeinchirurgie benannt. Prof. Peiper hat die Abteilung Allgemeinchirurgie bis zu seiner Emeritierung 1994 geleitet.

Die Albrecht von Haller-Medaille

Die Albrecht von Haller-Medaille ist die höchste Auszeichnung der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen. Sie wird seit 1959 in unregelmäßigen Abständen verliehen, in diesem Jahr zum 23. Mal. Die Medaille erinnert an den bedeutenden Göttinger Arzt, Wissenschaftler, Botaniker und Dichter Albrecht von Haller, der von 1736 bis 1753 als Professor für Anatomie, Chirurgie und Botanik an der damals noch jungen Universität Göttingen wirkte. Durch Albrecht von Haller entwickelte sich die Medizinische Fakultät zum Mittelpunkt naturwissenschaftlich orientierter medizinischer Lehre und Forschung.