50 Jahre Göttingen-Song

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Text von: redaktion

Aus Anlass des 50. Jahrestages des 'Göttingen'‐Chansons veranstalten das Junge Theater, das Lumière und die Deutsch‐Französische Gesellschaft in Kooperation mit der Association Barbara‐Perlimpinpin (Paris) vom 27.‐29. Juni eine dreitägige Hommage zu Ehren von Barbara. An zwei Abenden wird der französische Chansonnier Mathieu Rosaz die Lieder von Barbara singen und interpretieren und am Sonntag, den 29. Juni gibt es unter dem Titel 'Erinnerungen an Barbara' eine Matinee mit Gästen aus Paris.

Vor genau 50 Jahren, im Sommer 1964, traf eine junge französische Chanson‐Sängerin in Göttingen ein: Barbara. In Paris bereits gefeiert, war sie in Deutschland noch fast unbekannt. Sie hatte lange gezögert, die Einladung des Jungen Theaters zu einem Gastspiel anzunehmen, auch weil ihr als Jüdin ein Auftritt im Nachkriegsdeutschland nicht leicht fiel.

Das Junge Theater befand sich 1964 noch im Haus Geismarlandstr. 19; der ehemalige Theaterraum ist heute der Kinosaal des Lumière. Der Chansonabend am Samstag, dem 4. Juli, startete mit einer legendär gewordenen Panne, weil der bestellte Konzertflügel nicht eintraf und in letzter Sekunde ein Ersatzflügel organisiert und in den Saal geschleppt werden musste. Das Konzert selber wurde dann ein Riesen‐Erfolg.

Bewegt von der Begeisterung des Göttinger Publikums, verlängerte Barbara spontan ihren Aufenthalt. Im Vorgarten des JT schrieb sie in diesen Sommertagen ein Chanson mit dem Titel ‚Göttingen‘. Das Lied reflektiert ihre Erfahrungen in dieser Stadt und zugleich auch ihre neue Beziehung zu Deutschland. Das Chanson erschien 1965 auf Schallplatte und wurde schnell berühmt.

Es hat viel zur französisch‐deutschen Verständigung beigetragen und den Namen Göttingen in Frankreich bekannt gemacht. 1967 kam Barbara zu einem zweiten Gastspiel in unsere Stadt, 1988 erhielt sie die Ehrenmedaille der Stadt Göttingen. 1997 starb Barbara im Alter von 67 Jahren, 250.000 Menschen trauerten auf den Straßen von Paris.