50.000ster Schüler im DLR_School_Lab

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Text von: redaktion

Weit über 30.000 Schüler werden pro Jahr in den insgesamt zwölf Schülerlaboren des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt betreut. In diesen Tagen begrüßen nun gleich zwei dieser DLR_School_Labs jeweils ihren 50.000sten jugendlichen Gast: sowohl in Köln als auch in Göttingen.

Im DLR_School_Lab Köln wurde am 3. Februar 2015 die Marke von 50.000 Schülern ‚geknackt‘. Zu Besuch war die Klasse 6 b des Erzbischöflichen St. Angela Gymnasiums aus Wipperfürth. Wer von den 27 Kindern dabei genau die ‚Nummer 50.000‘ war, wurde natürlich nicht gezählt. Stattdessen bekamen alle Schüler zu Beginn des Besuchs ein kleines Geschenk.

Das Kölner Schülerlabor ist in der großen Zentrifugenhalle des DLR angesiedelt, wo auch viele Astronauten auf ihre Flüge vorbereitet werden. Und so bildet die Raumfahrt auch einen der inhaltlichen Schwerpunkte im DLR_School_Lab Köln: Kinder und Jugendliche können hier zum Beispiel an einem kleinen Fallturm Experimente zum Thema Schwerelosigkeit durchführen – mit konkretem Bezug zu Experimenten, wie sie auch der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS absolviert hat.

Bei einem anderen Versuch stellen die Schüler aus Eis und Mineralien ‚Kometen‘ her, die in einer Vakuumkammer von einer künstlichen Sonne beschienen werden. In vereinfachter Form ähnelt dieses Mitmach-Experiment den Forschungsarbeiten, wie sie im Vorfeld der Rosetta-Mission durchgeführt wurden. Leise Flugzeugtriebwerke durch Antischall, die Entgiftung von kontaminiertem Wasser allein mittels Sonnenlicht, Gravitationsbiologie, Kreislaufphysiologie und Werkstoff-Forschung: Das alles sind weitere Themen im DLR_School_Lab Köln.

„Die Schüler lernen nicht nur, wozu das in der Schule vermittelte Wissen später einmal dienen kann“, sagt Richard Bräucker, Leiter des Kölner Labors. „Sie merken auch, dass Forschung oftmals interdisziplinär ist und verschiedene Schulfächer betrifft.“ Schüler ab der 4. Klasse sind eingeladen einen Tag im DLR_School_Lab Köln zu verbringen. Allerdings müssen sie von der Anmeldung durch die Lehrkräfte bis zum Besuch etwas Geduld aufbringen: Die Wartezeit für einen Termin beträgt aufgrund der hohen Nachfrage mindestens 13 Monate.

„Wir werden von Schulen mit Anfragen überhäuft“, erklärt Bräucker. Insgesamt 200.000 Schüler Im DLR_School_Lab Göttingen wird der 50.000ste Besucher für den 5. Februar erwartet. An diesem Tag wird eine 11. Klasse der dortigen Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in das Schülerlabor kommen, das vor allem Themen aus der Luftfahrt behandelt: Warum und wie fliegen Flugzeuge überhaupt? Welche Ziele hat die aktuelle Forschung rund um Flugzeuge und auch Hubschrauber? Und mit welchen Methoden wird da entwickelt und geforscht? Die Schüler führen bei den meist eintägigen Besuchen eine ganze Reihe spannender Experimente zu diesen Fragestellungen durch – immer unter Anleitung studentischer Tutoren. Sogar ein echter großer Windkanal steht ihnen zur Verfügung, um die Umströmung eines Flugzeugs am Modell zu untersuchen. Mit einer professionellen Hochgeschwindigkeitskamera, wie sie auch in der Forschung zur Analyse von Verbrennungsprozessen in Brennkammern eingesetzt wird, beobachten die Jugendlichen verschiedene Vorgänge – etwa das Platzen eines Luftballons. Und den Ursachen des Fluglärms gehen sie mit einer ‚akustischen Kamera‘ aus mehreren Mikrophonen auf die Spur.

„Es macht den Schülern einfach Spaß, diese faszinierende Welt der Forschung für sich selbst zu entdecken“, sagt Oliver Boguhn, Leiter des Göttinger DLR_School_Labs. „Und das gilt nicht nur für ältere Jahrgänge: Auch im Grundschulalter können die Kinder schon anhand ganz einfacher Versuche eine Menge lernen und vom Prinzip her verstehen.“ Wer sich dann über den einmaligen Besuch mit der Schulklasse hinaus für das Thema interessiert, kann auch in der Modellbau-AG des Schülerlabors mitmachen.

Insgesamt haben inzwischen weit über 200.000 Schüler die DLR_School_Labs besucht, die es an acht DLR-Standorten und vier befreundeten Universitäten gibt. Immer steht dabei das eigene Experimentieren im Mittelpunkt des Programms – und immer geht es darum, junge Leute für Forschung und Technik zu begeistern und ihnen interessante berufliche Perspektiven vorzustellen.

Alle weiteren Informationen zu den DLR_School_Labs finden sich unter www.DLR.de/dlrschoollab