390.000 Euro für Bioenergie

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Text von: redaktion

Der Landrat stellt für eine Machbarkeitsstudie für sieben Bioenergiedorfprojekte in neun Dörfern 390.000 Euro bereit. Erste Ergebnisse werden im Oktober erwartet.

Für sieben Bioenergiedorfprojekte in neun Dörfern wird jetzt vom Landkreis Göttingen die zweite Phase der Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Es handelt sich um die Vorhaben Barlissen/Atzenhausen, Lödingsen/Erbsen, Gelliehausen, Hemeln, Krebeck, Reiffenhausen und Wollbrandshausen. Für die fachliche Begleitung der Dörfer und die Erstellung der Studie stehen insgesamt 390.000 Euro zur Verfügung, die im Rahmen eine LEADER-Projektes je zur Hälfte vom Landkreis Göttingen und von der Europäischen Union bereitgestellt werden. Dies teilte Landrat Reinhard Schermann in einer Presseerklärung mit.

Grundlage für die Entscheidung war nach Angaben von Schermann die Vorlage von Vorverträgen durch die jeweils von den Bewohnern als Vorgesellschaft gegründete Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). In den Vorverträgen wird der Verkauf von Wärme an die potenziellen Wärmekunden und die Konditionen zum Einkauf von Biomasse bei den Landwirten geregelt.

„Die Beteiligung von neun der zehn vorgesehenen Dörfer ist ein riesiger Erfolg für den Ausbau der Bioenergie im Landkreis Göttingen“, freute sich Schermann über das Zwischenergebnis. Es zeige, dass die Initiative und Unterstützung des Kreises auf fruchtbaren Boden gefallen ist und mache Mut für die weiteren Schritte bis zur konkreten Investition in den Dörfern. Er hoffe nunmehr, dass in möglichst vielen Orten das Vorhaben realisiert werden könne.

In Landolfshausen hat die dortige GbR entschieden, dass der Bau eines Nahwärmenetzes nicht sinnvoll ist. Im Laufe der vorbereitenden Untersuchungen ist nach Angaben des Landrats deutlich geworden, dass hier bereits jetzt ein hoher Anteil der Haushalte die Heizung mit dem regenerativen Energieträger Holz betreibt, Hier solle nach Möglichkeiten gesucht werden, diesen Anteil weiter auszubauen.

„Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien für die potenziellen Bioenergiedörfer werden mit großer Spannung erwartet. Denn sie lassen erstmals eine Aussage zu, ob und unter welchen Bedingungen das Bioenergiedorfkonzept nach dem Vorbild von Jühnde im jeweiligen Ort wirtschaftlich ist und bietet die Grundlage für die Investitionsentscheidungen in den Dörfern“, erklärte der Landrat.

„Die Vorteile des Bioenergiedorfkonzeptes sind nach wie vor überzeugend“, so Hartmut Berndt vom Regionalmanagement LEADER+, der das Projekt des Landkreises koordiniert: „Zwar haben die Biomassepreise aufgrund der stark gestiegenen Weltmarktpreise für Getreide deutlich angezogen, andererseits zeigen auch die Heizölpreise steil nach oben und mittelfristig sehen Energieexperten bereits eine kleine Ölkrise auf uns zukommen. Wärme aus dem Nahwärmenetz einer Biogasanlage bietet deshalb eine sehr attraktive Alternative zum Heizöl“.