250.000 Euro für neurogeriatrische Forschergruppe

© EKW
Text von: redaktion

Das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende und die Universitätsmedizin Göttingen arbeiten künftig auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten im Alter zusammen. Unterstützt wird die neue Forschungsgruppe durch eine Förderung der Sparkasse Göttingen und Helmut Wagner, Gründer des Labors Wagner.

Alte Menschen sind erheblich anfälliger gegenüber Infektionen als junge. Sie reagieren auf Infektionen oft mit Symptomen, die vorübergehenden Charakter haben können.

Insbesondere bei gleichzeitig bestehenden anderen Erkrankungen können diese zu einer dauerhaften Verschlechterung ihres Zustands und ihres Vermögens, den Alltag zu bewältigen, führen.

Infektionen müssen deshalb rasch erkannt und behandelt oder am besten verhütet werden. Dies gilt insbesondere für Infektionen mit Beteiligung des Gehirns.

Auf diesem Gebiet arbeiten Roland Nau, Leiter des Geriatrischen Zentrums am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende, Wolfgang Brück, Direktor der Abteilung Neuropathologie, Universitätsmedizin Göttingen, und Helmut Eiffert, geschäftsführender Oberarzt der Abteilung Medizinische Mikrobiologie, Universitätsmedizin Göttingen, seit vielen Jahren fruchtbar zusammen.

Diese Zusammenarbeit soll nun intensiviert werden.

Hierfür wurde im November die Theodosius-Schoepffer-Forschergruppe Geriatrie mit Schwerpunkt Neuroinfektiologie gegründet.

Die altersmedizinische (geriatrische) Krankenversorgung findet im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende statt, die Labor-Mitarbeiter der Arbeitsgruppe sind in der Abteilung Neuropathologie der Universitätsmedizin Göttingen tätig.

Die Forschergruppe wird in den nächsten fünf Jahren von der Sparkasse Göttingen und von Helmut Wagner mit jeweils 25.000 Euro pro Jahr unterstützt.

Hiermit soll eine Basis geschaffen werden für die Einwerbung von weiteren Forschungsmitteln.

„Wir freuen uns, dass das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende und die Universitätsmedizin Göttingen sowohl wissenschaftlich als auf dem Gebiet der Krankenversorgung kooperieren. Dies ist eine Zusammenarbeit, von der die Bevölkerung Göttingens profitiert“, sagt Rainer Hald, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Göttingen.

Helmut Wagner, Gründer des Labors Wagner, sagt: „Ich verspreche mir von der Zusammenarbeit neue Erkenntnisgewinne für eine verbesserte Labordiagnostik und innovative Behandlungsmöglichkeiten bei häufigen und selteneren Erkrankungen alter Menschen. Meine Mitarbeiter und ich werden eigene Ideen einbringen und die Projekte der Kooperationspartner mit Rat und Tat auch praxisbezogen unterstützen.“

Roland Nau zeigte seine große Freude über die Förderung seiner Forschergruppe: „Ich danke der Sparkasse Göttingen und Wagner für ihre großzügige Unterstützung, die uns Planungssicherheit für die nächsten Jahre gibt, sowie Brück und dem Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen für die freundschaftliche Aufnahme der Arbeitsgruppe in der Abteilung Neuropathologie. Ganz besonders danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Labor und Klinik für ihren Ideenreichtum und ihre Tatkraft.“

Michael Karaus, Medizinischer Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende, sagte: „Die Kombination Geriatrisches Zentrum im Evangelischen Krankenhaus und neurowissenschaftlicher Schwerpunkt in der Universitätsmedizin Göttingen bietet in Deutschland einzigartige Voraussetzungen für die Schwerpunktbildung im Arbeitsgebiet der Neurogeriatrie.“

Namensgeber der Forschergruppe ist der Quedlinburger Jurist Theodosius Schoepffer, der 1705 in seinem Werk ‚Gerontologia seu Tractatus de jure senum‘ den Begriff Gerontologie für eine interdisziplinäre Wissenschaft für und über den alten Menschen prägte.

Der Name der Forschergruppe soll daran erinnern, dass die Wiege der Gerontologie und Geriatrie in unserer Region steht.