225 Jahre Weinhandelstradition

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Text von: redaktion

Die Weinhandlung Fr. Bremer in Göttingen feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum.

Seit 225 Jahren ist die Firma in Göttingen ansässig. Das Geschäft ist seit sieben Generationen im Besitz der Familie und wurde stets vom Vater an den Sohn oder die Tochter weitergegeben.

Gründer Johann Cordt Bremer kam aus Altenhagen am Steinhuder Meer, hatte Weinküfer und Gastwirt gelernt und bewarb sich auf die ausgeschriebene Stelle des städtischen Weinhändlers in Göttingen. In den Jahren seit Gründung der Universität 1737 war es immer wieder zu Klagen über mangelnde Unterkünfte „für honorationes“, sowie schlechten und zu teuren Wein gekommen, die bis nach Hannover vorgedrungen waren.

Bremer füllte so eine echte Marktlücke und belieferte von Beginn an bekannte Göttinger Familien und Berühmtheiten, unter anderem den Schriftsteller und Philosophen Georg Christoph Lichtenberg, der vorzugsweise roten Burgunder trank, wie aus den alten Geschäftsbüchern der Familie hervorgeht.

Für Bremers steht der Wein, seine Qualität, aber auch die Weinkultur im Mittelpunkt der täglichen Arbeit. In diesem Sinne ist der Kontakt und die Freundschaft zwischen gleichgesinnten Menschen die Grundlage, aber auch der Lohn für langfristige Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Lieferanten.

Grundlage des Erfolgs

Die langjährige Tradition ist die Grundlage des heutigen Erfolges; gleichzeitig stehen Innovation und neue Ideen für eine gesunde Weiterentwicklung.

Als jüngste Erweiterung erwarb das Unternehmen 2005 die 100-jährige Weinhandlung Knigge in Braunschweig, die sich vor allem durch ihr umfangreiches Whisky- und Spirituosensortiment einen guten Ruf gemacht hat.

Mehrfach wurde die Weinhandlung Bremer als „Beste Weinhandlung in Niedersachsen“ vom Magazin „Der Feinschmecker“ ausgezeichnet und gehört damit zu den führenden Weinhandlungen in Deutschland.

Die Tradition lebt

Gegründet wurde das Weinhaus Bremer als Hotel „Zur Stadt London“ in der Weender Straße 16, wo man jetzt wieder, im Café Alfredo, Bremerschen Wein genießen kann. Gegenwärtig steht das Stammhaus der Familie in der Oberen Karspüle am Wall. 1834 erbaute Friedrich Bremer, der Sohn des Firmengründers, hier seinen neuen Weinkeller, der bis zum heutigen Tag die edelsten Weine des Hauses hütet.

Zur Zeit wohnen drei Generationen der Familie unter dem Dach des alten Fachwerkhauses, das im letzten Jahr mit viel Liebe von Barbara Bremer renoviert wurde. In den stimmungsvollen Räumen finden in Nachbarschaft zum historischen Weinkeller Bremers beliebte Weinseminare statt.

Am Freitag und Sonnabend ist der Keller regelmäßig zur Besichtigung geöffnet.

Das Hauptlager und der Abholverkauf befinden sich im Ortsteil Holtensen, der für Autofahrer bequem zu erreichen ist.

Im Stadtgeschäft in der Barfüßerstraße findet man in einem Hinterzimmer das alte „Contor“, ehemals das Büro des Firmeninhabers Georg Bremer.

Seine Tochter Ruth Bremer, selbst über 50 Jahre Weinhändlerin, empfängt hier noch heute „Die Schule“, einen Weinstammtisch mit über 200-jähriger Tradition.

Inzwischen leiten Georg Friedrich und Philipp Bremer als 6. und 7. Generation das Geschäft, dessen Umsatz zur Hälfte mit der gehobenen Gastronomie in Südniedersachsen, dem benachbarten Thüringen und Nordhessen, und zur anderen Hälfte mit Privatkunden in und um Göttingen erzielt wird.

Zunehmend werden Weine allerdings auch per Internet nachgefragt, so dass inzwischen die Bestellung auch „Online“ möglich ist. Am liebsten beraten Bremers und ihre kompetenten Mitarbeiter allerdings persönlich. Darin sieht man – neben dem ausgesuchten Sortiment und dem selbstverständlichen Service – den wichtigsten Erfolgsfaktor.

Weineinkauf bei Bremer soll ein Erlebnis sein, der Handel verbindet Menschen, die einander vertrauen. Bene fundata durant – was gut gegründet ist, überdauert die Zeit. Das Motto des 200-jährigen Jubiläums vor 25 Jahren hat auch noch heute Gültigkeit.

Grund zum Feiern

So hat sich die Familie ein umfangreiches Jubiläumsprogramm einfallen lassen und lädt alle Weinfreunde zu vielfältigen Anlässen ein.

Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten ist ein Empfang und eine festliche Weinprobe am 18. Juni in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz.

Eine Weinreise führt im Oktober nach Zeltingen an die Mosel zu den in 2009 zusammen mit den „Göttinger Weinfreunden“ erworbenen Weinbergen.

Das Hoffest am 1. Oktober rückt das Lager in Holtensen in den Mittelpunkt. Göttinger Künstler gestalten die Etiketten einer Jubiläumsedition von ausgesuchten Weinen.

Bei seinen treuen Kunden bedankt sich die Weinhandlung Bremer mit einem großen Jubiläumsverkauf, der zwei Wochen lang, vom 20. Juni bis zum 2. Juli, in allen drei Läden stattfinden wird.

Neben den beliebtesten Weinen, die zu Sonderkonditionen angeboten werden, wird der Weinfreund auch das ein oder andere Schnäppchen aus Bremers Schatzkammer erwerben können, die in diesen Tagen geöffnet wird.

„Wir lieben den Wein und unseren Beruf“ fasst Philipp Bremer die Philosophie des Hauses zusammen.

225 Jahre Weinhandelstradition in Göttingen: Ein Anlass zum Feiern!