17. faktor-Business-Lounge

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: redaktion

Die 17. faktor-Business-Lounge am 5. Juni war ein voller Erfolg. Rund 100 Personen lauschten dem Interview mit Bibiana Steinhaus, die im Volkswagen Zentrum Göttingen über ihre Tätigkeit als Schiedsrichterin und Entscheidungsfindung sprach.

Die faktor-Business-Lounge fand in Kooperation mit dem Audi Zentrum Göttingen statt. Der Abend mit Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus stand unter dem Thema ‚Pfiffige Entscheidungen‘. Nach einem kurzen Cocktailempfang begann die Veranstaltung um 19.15 Uhr mit einer Begrüßung durch den Gastgeber des Abends, faktor-Herausgeber Marco Böhme.

Auch Carsten Lohrengel, Geschäftsführer von Audi in Göttingen, ließ es sich nicht nehmen, die rund 100 Gäste im Volkswagen Zentrum Göttingen willkommen zu heißen. „Ich freue mich über diesen Abend, vor allem, da es wirklich eine ,runde Sache‘ ist“, sagte Lohrengel und wies damit auf die Tatsache hin, dass Audi zu den fünf größten Fußball-Sponsoren in Deutschland aus der Automobilbranche zählt.

Dann war es Zeit für die Hauptredner des Abends. Als Interview-Partner für Bibiana Steinhaus war Dennie Klose eingeladen, TV-Moderator und Unternehmensberater, der charmant durch den Abend führte. Die Tatsache, dass sich beide zu Beginn des Gesprächs als „alte Bekannte“ outeten – durch ihr gemeinsames Engagement als Botschafter der ‚Goslarer Zivilcourage‘ –sorgte für eine lockere Atmosphäre nicht nur auf der Bühne.

Im Interview

Bibiana Steinhaus sprach über die Vereinbarkeit von Beruf – sie ist hauptberufliche Polizistin – und ihrer Berufung. Die Schiedsrichterei trat in ihr Leben als sie gerade 16 Jahre alt war. Auf Drängen ihres Vaters – ebenfalls Schiedsrichter – absolvierte sie einen entsprechenden Kurs. Dann kam eins zum anderen und heute ist sie die erste Schiedsrichterin im deutschen Profifußball, die Spiele zwischen Männermannschaften leitet, und die erste Frau, die sowohl ein Weltmeisterschaftsfinale als auch das Finale bei den Olympischen Spielen der Frauen pfiff.

Ihre zusätzliche, ehrenamtliche Tätigkeit als Schiedsrichterin empfindet Steinhaus als definitive Win-win-Situation: „Was ich mache ist auch immer zusätzliche PR für die Polizei, da kann sich eigentlich niemand beschweren“, auch wenn die Doppelbelastung ein enormes Organisationstalent erfordere.

Beim Publikum kam die humorige Schiedsrichterin gut an, die mit einem Augenzwinkern über sich, die Bundesligaspieler, die Trainer und ihre Sonderrolle als Frau in einer Männerdomäne plauderte. „Inzwischen wissen die Spieler, was sie von mir zu erwarten haben und ich von ihnen ebenso. Wir reden da durchaus sehr offen, wenn es nötig ist. Auch wenn manche Spieler Fußball besser beherrschen als verbale Kommunikation“, erzählte sie über den Alltag auf dem Spielfeld.

„Ich bin immer gut vorbereitet, das ist das A und O – und manchmal auch ziemlich wichtig. In meinem Koffer habe ich immer alles doppelt dabei: Stulpen, Trikots, usw. Vieles kann man sich auch bei anderen leihen, aber ich bin definitiv die einzige bei den Spielen, die einen Sport-BH braucht“, sagte sie ganz offen und spielte sich so in die Herzen der faktor-Business-Lounge-Besucher.

Steinhaus sprach aber auch über den Druck, der auf ihr und ihren Kollegen lastet. Innerhalb von Sekunden müssen auf dem Platz Entscheidungen gefällt werden. Bibiana Steinhaus weiß, dass ihr Pfiff manchmal über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. „Ich stehe immer zu meinen Entscheidungen, aber ich kann auch zu Fehlern stehen, zumindest wenn ich muss.“

Nach einem Test mit dem Publikum, das über kurze, vorgespielte Spielsequenzen mit roten und gelben Karten urteilen musste, kam die Frage auf, wie viele Entscheidungen denn in der Regel richtig seien und welche ‚aus dem Handgelenk geschüttelt‘. Steinhaus: „Am Wochenende sind 16 Spiele, es fallen ca. 360 Abseitsentscheidungen. Davon sind 3 oder 4 falsch. Ich finde das ist ein sensationeller Job. Wer es besser kann, ist herzlich eingeladen!“

Auf die abschließende Frage, welcher denn ihr persönlicher Lieblingsverein sei, schloss sie das Interview konsequent ab: „Ich bin eine Frau, die auf guten Fußball steht – egal wer ihn spielt. Im Grunde fiebert man immer mit den Kollegen mit. Ich bin für die Schiedsrichter!“

Der gelungene Abschluss

Beim anschließenden Gedankenaustausch und Netzwerken hatten die Gäste noch die Möglichkeit, mit der Schiedsrichterin in die Verlängerung zu gehen und im direkten Gespräch noch die eine oder andere Frage auszudiskutieren.

Getränke wurden vom Einbecker Brauhaus und vom Safthersteller Beckers Bester gesponsert. Die Verpflegung lieferte das Restaurant und Catering-Unternehmen Sachsenross aus Lütgenrode.

Als kleines Abschiedsgeschenk gab es für jeden Gast Schokolade vom Cafe Mangold aus Bad Lauterberg, dem Heimatort von Bibiana Steinhaus.