120.000 Euro-Exzellenzstipendium

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Text von: redaktion

Paul Lingor, Abteilung Neurologie der Universitätsmedizin Göttingen, konnte sich mit herausragenden Forschungsleistungen in einem anspruchsvollen Bewerberfeld um ein Exzellenzstipendium der Else Kröner-Fresenius-Stiftung durchsetzen.

Er erhielt die Auszeichnung für sein Forschungsprojekt zur Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten bei neurodegenerativen Erkrankungen. Das Stipendium ist mit 120.000 Euro dotiert.

Damit kann der forschende Kliniker für zwei Jahre, freigestellt vom klinischen Alltag, konzentriert seine wissenschaftliche Arbeit fortsetzen.

Es ist das zweite Mal, dass die Else Kröner-Fresenius-Stiftung klinisch und wissenschaftlich profilierte Ärzte mit dem Else Kröner Exzellenzstipendium auszeichnet.

„Die Medizin der Zukunft braucht forschende Ärzte, die dauerhaft und auf hohem fachlichen Niveau die Brücke zwischen Krankenversorgung und Forschung schlagen“, sagt Susanne Schultz-Hector, Vorstandsmitglied der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. „Mit dem Exzellenzstipendium wollen wir klinisch erfahrenen und wissenschaftlich herausragend qualifizierten Oberärzten die Möglichkeit verschaffen, sich für zwei Jahre ganz ihrer Forschung zu widmen.“

Die prämierte Forschung

Weltweit leiden viele Millionen Menschen an Erkrankungen des zentralen Nervensystems, bei denen ein fortschreitender Verlust an Nervenzellen neurologische Symptome wie Demenz und Bewegungsstörungen hervorruft.

Derzeit gibt es noch keine effektive, sichere und langfristig wirksame ursächliche Behandlung.

Paul Lingor, leitender Oberarzt der Abteilung Neurologie der Universitätsmedizin Göttingen, erforscht Mechanismen sowie neue Therapieansätze der Neurodegeneration.

Er konzentriert sich dabei auf das Axon, einen Fortsatz der Nervenzellen, der für die Weiterleitung von elektrischen Signalen in den Nervenzellen verantwortlich ist.

Im Mittelpunkt seines wissenschaftlichen und klinischen Interesses stehen zwei neurodegenerative Erkrankungen, bei denen eine Degeneration der Axone im Vordergrund des Krankheitsmechanismus steht: Die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine seltene, aber sehr schwere und in der Regel rasch tödlich verlaufende Erkrankung.

Der Morbus Parkinson gilt als eine der meist verbreiteten neurodegenerativen Erkrankungen insbesondere des höheren Lebensalters.

In seiner Forschung wird Professor Lingor der Hypothese nachgehen, ob die Kinase ROCK für die Degeneration der Zellen verantwortlich ist.

„Es ist davon auszugehen, dass eine gezielte Hemmung von ROCK bei neurodegenerativen Erkrankungen wie ALS und Morbus Parkinson sowohl noch unbeschädigte Nervenzellen vor degenerativen Veränderungen schützt, als auch die Regeneration von beschädigten Nervenzellen fördert“, sagt Lingor.