12. Göttingen International Ethnographic Film Festival

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Text von: redaktion

Zum zwölften Mal kommen in diesem Jahr Filmschaffende und Film- interessierte aus aller Welt zum Göttingen International Ethnographic Film Festival (GIEFF) zusammen. Fünf Tage lang präsentieren und diskutieren sie in der Göttinger Paulinerkirche junge Beiträge und innovative Herangehensweisen des Dokumentarfilms.

Die Filme zeigen vielfältige Facetten menschlichen Lebens, kulturelle Ereignisse und spannende Erlebnisse in 38 Ländern der Erde. Die Beiträge sind durch besondere Nähe gekennzeichnet und erlauben so einzigartige Einblicke. 58 Beiträge stehen in diesem Jahr auf dem Programm.

Los geht es am 28. Mai mit dem Studentenfilm-Wettbewerb. Nachwuchsfilmemacher stellen sich der Bewertung einer internationalen Jury, die am Samstagabend den ‚Student Film Award‘ verleiht, zur Verfügung gestellt von der Litfin Stiftung. Das Hauptprogramm startet am Nachmittag des 29. Mai und geht bis Sonntag, 1. Juni 2014.

Zu sehen gibt es zum Beispiel den Film ‚Almut‘, eine Dokumentation über eine Frau mittleren Alters, die in Berlin vom Pfandflaschen Sammeln lebt. Der Film zeigt die Welt aus der Sicht dieser Frau.

Die preisgekrönte Dokumentation ‚When I was a Boy I was a Girl‘ der Filmemacherin Ivana Todorovic setzt sich mit dem Thema Transsexualität in Serbien auseinander.

Viel weiter weg führt uns der Film ‚Breaking the chains‘. Er erzählt vom Pasung, einer in Indonesien weit verbreiteten Praxis. Dabei werden Menschen mit psychischen Erkrankungen gefesselt und angekettet. Die Welt schaut weg. Der Film zeigt das Engagement von Menschen und Organisationen, die versuchen, Menschen von dieser Praxis zu befreien.

Besonders ist der Film ‚Village Tales‘. Es ist der Blick einer indischen Ethnologin auf das Dorf Reinhausen bei Göttingen – und damit eine ganz spezielle Gelegenheit, einen anderen Blick auf uns und unser Leben in der Region zu werfen. Er läuft am Sonntag, 1. Juni 2014 um 13 Uhr in der Paulinerkirche. Im Katalog heißt es dazu: „Die indische Ethnologin Sadhana Naithanireiste 2011 zum ersten Mal in das Dorf Reinhausen in Niedersachsen. Zwei Jahre später kehrt sie zurück, um herauszufinden, was es für ein Dorf bedeutet, in einem hochindustrialisierten Land wie Deutschland zu existieren. Sie fragt die Bewohner nach ihren Geschichten und ihrer Wahrnehmung der Veränderung und mit welchen Fragen sich ein Ortsrat heute in einem Dorf wie Reinhausen konfrontiert sieht. Der Film zeigt, wie sich neue Formen von Dorfgemeinschaft entwickeln und den Begriff der Gemeinschaft neu formulieren.“

Viele Filmschaffende sind beim Festival anwesend und stehen nach den Vorführungen in Diskussionsrunden und für Gespräche zur Verfügung. Während des gesamten Festivals ist es möglich, sich alle eingereichten Filme in der Video Library parallel zum laufenden Programm anzusehen.

Der Eintritt am Mittwoch, 28. Mai (Studentenfilm-Wettbewerb) ist frei. Der Eintritt für das gesamte Festival kostet 120 Euro, ermäßigt 60 Euro Studierende, Rentner, Arbeitssuchende). Ein Tagesticket kostet 40 bzw. 26 Euro, das Einzelticket (für 1-2 Filme) acht Euro, ermäßigt sechs Euro. Ein spezielles Angebot gibt es für Studentengruppen (ab fünf Personen), die das gesamte Festival besuchen. Infos und Programm: www.gieff.de.