Wo lebt eigentlich …Volker Schmidt-Gertenbach?

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Text von: faktor

Volker Schmidt-Gertenbach, der ehemalige Chefdirigent des Göttinger Symphonie Orchesters, widmet sich nach wie vor seinen umfangreichen Verpflichtungen als Gastdirigent in aller Welt, darunter auch Göttingen.

Der ehemalige Chefdirigent des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO) sitzt während des Interviews mit faktor im Auto und ist auf dem Weg von Frankfurt an der Oder nach Stade. Gerade hatte er die Generalprobe mit der Brandenburgischen Philharmonie, mit der er in der nächsten Zeit fünf Konzerte spielen wird.

Die Situation ist typisch für ihn: Er ist viel unterwegs – mindestens die Hälfte des Jahres. „Das war schon immer so. Da ich von 1981 bis 1984 neben meinem Engagement beim GSO auch ständiger Dirigent des Radio-Symphonie- Orchesters in Stavanger war, pendelte ich im Vierzehn-Tage-Rhythmus zwischen Göttingen und Norwegen hin und her“, erklärt Schmidt-Gertenbach. Zudem sei er schon damals als Gastdirigent regelmäßig zu Konzerten in alle Welt gereist. Heute ist er den weltberühmten Orchestern „Sinfonia Varsovi“, „AUKSO Kammerorchester“ und „Cappella Istropolitana“ besonders verbunden.

Da er in der Region „sehr stark verwurzelt“ ist, hat er seinen Wohnsitz seit rund 40 Jahren in Südniedersachsen. „Ich liebe das Landleben in Bishausen am Fuß der Burg Hardenberg. Es ist so persönlich. Ich kenne alle, auch die Hunde. Die kennen mich übrigens auch“, fügt er mit einem Lachen hinzu. Es habe ihn gleich zu Beginn seiner Zeit in Göttingen aus der Stadt auf das Land gezogen. Die Natur und die Landschaft hätten es ihm einfach angetan. Und das glaubt man ihm; spricht er doch begeistert von „Explosionen der Farbe“ im Frühjahr.

An Göttingen faszinieren ihn noch heute der Charme der studentischen Atmosphäre und die Überschaubarkeit der Stadt. Auch die lange Tradition der klassischen Musik, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, macht die Leinestadt zu einer besonderen für Schmidt-Gertenbach.

Zusätzlich sorge sein riesiger Freundeskreis dafür, dass er sich auf seinen Konzertreisen immer auf die Rückkehr freue. „Sobald ich zuhause bin, zieht es mich nach draußen, in die Natur“, beschreibt der Dirigent.

Nicht nur der Region Südniedersachsen, sondern auch dem GSO, bleibt Volker Schmidt-Gertenbach verbunden: am 23. Februar hat er ein Abonnementskonzert des Orchesters in der Stadthalle dirigiert. Und das wird er sicher noch oft tun…

Insgesamt 21 Jahre hat Volker Schmidt-Gertenbach das Göttinger Symphonie Orchester entscheidend geprägt: von 1968 bis 1974 zunächst als stellvertretender Chefdirigent, im Anschluss bis 1989 als erster Mann am Pult. Über 100 Werke hat er für die verschiedensten Rundfunkanstalten eingespielt, ist mehrfach im Fernsehen aufgetreten und hat sich auch auf dem Tonträgermarkt einen Namen gemacht.

Text: TOBIAS KINTZEL

Foto: PRIVAT