Lebensraum, nicht nur Immobilie

©Michaela Hundertmark, Michael Mehle
Text von: Tobias Kintzel

Projektentwickler und EBR-Geschäftsführer Borzou Rafie Elizei über Hintergründe und die Idee ‚Neues Forum‘ am Groner Tor

„Wir erarbeiten Konzepte, deren oberstes Ziel es ist, Menschen zusammenzubringen – zum Arbeiten, Leben oder Wohnen“, sagt Borzou Rafie Elizei. „Denn unser Anspruch ist, Lebensräume zu entwickeln und nicht nur Immobilien“. Der Geschäftsführer der EBR Projektentwicklung in Göttingen, die sich für das große Projekt ,Neues Forum‘ verantwortlich zeichnet, sieht einen wesentlichen Aspekt von Stadtmarketing in der Stadtentwicklung, und so haben EBR­-Mitarbeiter immer auch die Brille eines Stadtentwicklers auf.

„Aus diesem Grund haben wir auch für das Grundstück am Groner Tor ein urbanes Konzept entwickelt, das Wert auf maximale Flächeneffizienz legt“, erklärt Rafie Elizei. „Wir wollen das wertvolle Land also optimal nutzen.“ Dazu gehöre, keine oberirdischen Parkplätze anzulegen, sondern eine Tiefgarage einzuplanen. Das mache das Projekt zwar sehr aufwendig, sei aber unter soziologischen und ökologischen Gesichtspunkten mehr als sinnvoll. In dieser Hinsicht ist Rafie Elizei durch seine Zeit in Österreich geprägt, „wo aufgrund des begrenzten Raums in den vielen Tälern Land eine der wichtigsten Ressourcen ist“. Nicht zuletzt deshalb orientiert sich die EBR an den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) – und setzt sie in den eigenen Projekten um.

Für die Realisierung des ‚Neuen Forum‘ setzt die EBR auf gute Partner: Neben der Stadt Göttingen und allen städtischen Betrieben, die infrastrukturell an einem Strang ziehen, sind das nicht zuletzt die Nutzer und Nachbarn des entstehenden ‚Neuen Forum‘.

Aus Rücksicht auf das benachbarte alte Gebäude der Zoologie habe die EBR deshalb auch sehr früh den Kontakt mit der Universität Göttingen gesucht, deren Projekt für das ‚Forum Wissen‘ bereits lief. „Wir wollten von Anfang an verstehen, was dort entstehen sollte, um das Gesamtkonzept schlüssig und passend zu gestalten“, erklärt der EBR­-Geschäftsführer. Auf Basis der Bahnhofs-­ und Innenstadtnähe, der Lage am wichtigsten Tor zur Stadt sowie der Konzepte der Universität für das ,Forum Wissen‘, verfolgte sein gut durchdachtes Konzept das Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung. „Grundgedanke war es den Standort aufzuwerten und ein über zehn Jahre lang brach liegendes Grundstück zu einem ,Filetstück‘ zu verwandeln. Das ist uns als EBR gelungen“, erläutert Rafie Elizei seine Herangehensweise.

Nach einer intensiven Phase der Planungen und Verhandlungen hätten sich alle Beteiligten, – die Stadt, die Universität, das Hotel FREIgeist und die Sparkasse – zusammengefunden und den Grundstein für das neue Quartier gelegt. „Es wird uns so gelingen, alles mit Leben zu füllen“, so Rafie Elizei. „Ich bin überzeugt, dass es ein tolles Quartier wird, ein Zeichen dafür, dass sich Göttingen weiterentwickelt, ohne seinen Charme zu verlieren.“