Göttingen wird grüne Fair-Trade-City

©Fair Cup
Text von: faktor

Mit dem Motto: „Zahle mehr, dann haben auch andere mehr…!“ – startet Göttingen nachhaltig, umweltbewusst und geschmackvoll am ersten Februar 2017 ins neue Jahr.

Kaffee to go ist praktisch, aber der Müllberg wächst ins Unermessliche. Gut zehn Millionen leere Becher fallen in Göttingen jedes Jahr beim Genuss von Kaffee zum Mitnehmen an. „Unnötig“, finden Berufsschüler der Stadt Göttingen. Sie starten daher ins neue Jahr 2017 mit dem Mehrwegsystem für den To-Go-Becher „Fair Cup“. Der derzeitige Mehrwegbecher ist aus spülmaschinenfestem Kunststoff und kann 400-mal benutzt werden. Der Einwegdeckel wurde für dieses System gerade neu entwickelt und wird aus 100% biologisch abbaubaren Kunststoff bestehen. Dieser Kunststoff wird mit diesem Projekt seine Markteinführung haben, genau wie der Pfandbecherautomat.

Am 24. Januar 2017 um zehn Uhr werden das Fair-Cup-Mehrwegsystem, der neuartige Kunststoff und der Pfandbecherautomat in den BBS II Göttingen auf der Open-Space-Veranstaltung von den beteiligten Firmen und der Schülerfirma der Schule vorgestellt. Der Cup ist zweifarbig und hat den Namen „Fair-Cup“. Schüler der BBS II Göttingen haben den Cup und das Logo gestaltet. Die ersten 0,3-Liter-Becher (Füllmenge 0,25 Liter) werden ebenfalls am 24 Januar 2017 vorgestellt und mit Fair-Trade-Kaffee serviert. Außerdem haben die Schüler ein Koordinations- und Logistikprogramm erarbeitet, das von den Teilnehmern einfach über die Homepage www.fair-cup.de bedient werden kann. So soll sichergestellt werden, dass der Flow der Becher nicht unterbrochen wird und immer genügend an den stark frequentierten Stellen vorhanden sind. Der Becherpfandautomat wird bereits vorgestellt, aber erst mit den neuen Bechern, ebenfalls aus hochwertigen Kunststoff etwas später eingeführt, da sich dies noch in der Testphase befindet und ein einwandfreies System auf den Markt gebracht werden soll. Die Automaten in Göttingen werden von My.Worx geleert, die Becher und Deckel gereinigt und wieder ausgeliefert.

Da dieses System erst später auf den Markt kommt, wird hier das Übergangsmodell vorgestellt, das aus dem Aktionsplakat und Aufklebern besteht, die gut sichtbar an allen Bäckereien, Geschäften und Kiosken angebracht werden. Diese sollen dem Kaffegenießer zeigen, dass er hier den Fair-Cup-Becher erhalten und abgeben kann. Für das Pfandgeld wurde ein Fondkonto eingerichtet, aus dem das Pfand an die stark belasteten Geschäfte verteilt wird. Ähnlich wie das Konto funktioniert die derzeitige Umverteilung der Becher an Geschäfte, die zwar viel verkaufen, aber kaum einen Becher wiederbekommen. Es ist mit einem Sockelbetrag von 5.000 Euro versehen.

Schirmherrin für dieses Projekt und das Projekt Fair Trade „Eine Weltladen“ ist die Kreisrätin Frau Christel Wemheuer, die das Projekt in ihrer Rede einleiten und vorstellen wird. Es nehmen bereits die Bäckereien Ruch, Küster, Thiele und Hermann und die Berufsbildenden Schulen teil. So gibt es im Raum Göttingen mehr als 80 Institutionen, Bäcker und Geschäfte, die den Becher führen und annehmen. Am ersten Februar 2017 fällt der Startschuss und jeder to-go-Genießer kann seinen Kaffee beim Bäcker um die Ecke, in der BBS II Göttingen und anderen BBS  bekommen. Ziel wird sein, mit einer Startauflage von mehr als 5.000 Stück zu beginnen, der Pfand pro Becher wird einen Euro betragen, so dass auch ein Anreiz geschaffen ist, ihn wieder abzugeben. Wer möchte, kann den Pfand auch an die Projekte spenden, dann könnten zwei der Ziele schnell erreicht werden:

  1. den Müllberg zu reduzieren und
  2. eine Finanzierung des Freiwilligentransfers und der Fair-Trade-Projekte

Das Mehrwegsystem von Fair-Cup verbindet den Komfort der ToGo-Kultur mit Nachhaltigkeit – umweltbewusst und geschmackvoll.