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Sichtbarer Hyperschall

Strömungsforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen haben in einem Windkanal die Hyperschallströmung mit einem Geschwindigkeitsfeldmessverfahren bei nie zuvor betrachteten Geschwindigkeiten sichtbar gemacht.

Andreas Schröder, Klaus Hannemann und Jan Martinez Schramm
© DLR

Welchen Einfluss die extremen Temperaturen beim Wiedereintritt von Raumfahrzeugen auf deren Aerodynamik haben, ist auch nach Jahrzehnten der Raumfahrt vielfach unbekannt. Strömungsforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen haben die komplexen Phänomene jetzt berechenbarer gemacht:

Hierzu machten sie in einem Göttinger Windkanal Hyperschallströmung mit einem für die Luftfahrtforschung entwickelten optischen Geschwindigkeitsfeldmessverfahren bei nie zuvor betrachteten Geschwindigkeiten sichtbar.

"Wir sind damit in einen Bereich vorgestoßen, in dem wir vorher nahezu blind waren", sagt Klaus Hannemann vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik. Erstmals könnten jetzt Phänomene wie Wirbelbildung im Hyperschall sichtbar gemacht und anhand genauer Werte untersucht werden.

Zudem könne die Effizienz großer Hyperschallwindkanäle, deren Betrieb zeitaufwändig und teuer ist, deutlich gesteigert werden: "Wir bekommen mit dem Verfahren mehr Informationen aus einem Versuch", so Hannemann.

Die Experimente wurden im Hochenthalpiekanal Göttingen durchgeführt, einer der wichtigsten europäischen Großanlagen zur Erforschung des Hyperschalls und Wiedereintritts von Raumfahrzeugen.