Flügelschlag: Uwe Bretthauer im faktor-Interview

© Flügelschlag
Text von: faktor

Der Verein Flügelschlag - für das neurologisch kranke kind e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die Göttinger Neuropädiatrie zu unterstützen: in Patientenversorgung, Forschung und Lehre. Wir haben Uwe Bretthauer, den ersten Vorsitzenden des Vereins getroffen, um einiges über ihn und Flügelschlag zu erfahren.

Was ist Ihr persönlicher Bezug zu Flügelschlag?

Unser Sohn Jan kam 1989 schwerstbehindert zur Welt und wurde 20 Jahre alt. Der Austausch mit anderen Eltern, die ein ähnliches Schicksal teilten, sowie die Betreuung in der Göttinger Neuropädiatrie, waren eine große Hilfe und wurden zur Motivation für das Engagement bei Flügelschlag. Als unser Sohn geboren wurde, gab es weder einen Verein wie Flügelschlag, noch zusätzliche Informationsquellen wie das Internet. Die Hilfe und Unterstützung von Flügelschlag kommt dort an, wo sie benötigt wird – bei den Kindern und ihren Familien.

Welche Wünsche und Hoffnungen haben Sie?

Als erster Vorsitzender des Vereins sehe ich Möglichkeiten und Chancen, um die Rahmenbedingungen für die ambulante und stationäre Betreuung von Kindern mit neurologischen Erkrankungen in der Universitätskinderklinik weiter zu verbessern. Dazu zählen eine erweiterte psychologische Betreuung von Kindern und Eltern, unsere Vortagsreihe (Angebot siehe Flügelschlag Internetseite), ein attraktives Angebot wie der Kinderspielplatz auf dem Gelände der Kinderklinik oder auch eine Verschönerung der stationären Umgebung. Außerdem möchte ich, dass Kindern mit neurologischen Erkrankungen ob sie nun taub, blind oder geistig behindert sind mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Was ist das Besondere an Flügelschlag?

Flügelschlag ist wertvoll, weil wir neben einer sehr guten gesundheitlichen Versorgung in der Kinderklinik ein zusätzliches Angebot schaffen wollen, um den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Den Austausch von betroffenen Eltern zu Fragen um das Thema „Leben mit einem neurologisch erkrankten Kind“ zu organisieren. Neben Informationen und Netzwerken sind vor allem die persönlichen Kontakte sehr wertvoll. Sie können z.B. in Form eines Elternstammtisches oft enorm helfen, um auch schwierige Situationen besser zu meistern. Viele große und kleine Projekte konnten wir mit der Unterstützung der Förderer und Spender bereits umsetzen und damit den Alltag vieler unserer kleinen und großen Patienten und ihrer Familien erleichtern.

Was bedeutet die Region für Sie?

Die Region Südniedersachsen ist für mich Heimat, ich bin 1958 in Göttingen geboren. Meine Familie und zahlreiche Freunde leben hier. Ich bin seit 1988 bei Sartorius als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt, engagiere mich im Betriebsrat und bin Mitglied des Aufsichtsrates der Sartorius AG. Die Region bietet ein vielfältiges und anspruchsvolles Kulturangebot. Die Landschaft zwischen Harz-Weser und Werra lädt zu herrlichen Wander- und Fahrradtouren ein. Die Studenten sorgen für eine lebhafte Stadt am Puls der Zeit.

Vielen Dank!