Das Rennen gegen die Zeit

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Marisa Müller

Wer bremst, verliert! Horst Klank und seine Samojeden haben eine jahrelange Siegestour hinter sich. Nun folgt seine schwerste Herausforderung, der Weg in den Ruhestand: Nach fast 40 Jahren hängt der Weltmeister die Geschirre nach und nach an den Haken.

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Der Blick schweift in die Ferne. Seine Erzählungen werden in der Fantasie real. Fast ist es, als könne man die finnische Wintersonne auf der Haut spüren, sieht die weißen Samojeden im Tiefschnee tollen, deren Farbe sich kaum von ihrer Umgebung absetzt. Doch irgendwann änderte sich die Situation. „Ständig waren fremde Leute mit meinen Hunden unterwegs. Und ich irgendwann kaum noch.“ Diese Tatsache, und auch das Heimweh lösten den Zeitpunkt aus, an dem die schöne Zeit in Finnland für den Musher ein Ende fand und es zurück nach Deutschland ging.

„An ein endgültiges Ende zu denken, fällt mir schwer. Denn das wird dann sein, wenn keine Hunde mehr da sind.“

Klank wischt die trüben Gedanken beiseite. Erst wenn Emmi und Einstein um die zehn Jahre alt sind, wird es vermutlich mit dem aktiven Sport vorbei sein. „Das sind noch einige Jährchen. Und alte Hunde zerren nicht mehr so an der Leine“, fügt er schmunzelnd hinzu. „Vielleicht doch noch mal in den Norden, nach Schweden“, ruft da das Teufelchen wieder. Klank lächelt, bringt seine Hunde in Position, steigt auf den Wagen. „Was sich ergibt, ist dann eben so. Alles zu planen, wäre ja langweilig.“ Und wenn Schweden nichts wird, dann vielleicht ein Wohnmobil. Das ist Klanks anderer Traum, mit dem es sich einfach mal so verreisen lassen könnte. „Natürlich nach Norden in den Schnee“, lautet die rasche Antwort auf die Frage nach dem Ziel. Dass Engelchen und Teufelchen, Vernunft und sein Herz, zwei unterschiedliche Sprachen sprechen, das weiß Klank genau. Aber hier geht es auch nicht um einen ‚normalen‘ Ausstieg. 40 Jahre Samojeden, „das ist kein Hobby, das ist eine Lebenseinstellung“, sagt Klank.

„Das Wichtigste ist, dass ich dieses Leben immer wollte und es für mich mache, nicht für andere Menschen oder mehr Ruhm und Ehre.“

„Go“, ruft er seinen Freunden zu. Alle legen sich ins Zeug, ziehen gemeinsam. Und schon rollt er vom Hof. Horst Klank hat sein Herz für immer verschenkt. An den Sport, den Schnee und sein geliebtes Rudel.

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